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Verschenken - verdenken - versenken

 
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Andi Lugauer



Anmeldedatum: 09.09.2010
Beiträge: 1871

BeitragVerfasst am: 18. März 2026, 20:26h    Titel: Verschenken - verdenken - versenken Antworten mit Zitat

Das war ja wieder einmal klar, daß das kommen würde... Razz ("Lengauer hat die Chance nicht genützt" und so)

Wir sind es ja schon gewohnt, daß man sich sofort draufhaut, wenn einem aufstrebenden Talent ein Mißgeschick unterläuft. So würde ich das nämlich nennen, was Michael Lengauer bei der Rebenland-Rallye widerfahren ist. Keiner verschenkt einen Erfolg, weil ihm fad ist. Das müßte Achim eigentlich selber sehr gut kennen. Wink

Jedem sein Recht, Jedem seine Sichtweise. Aber ich frage mich, ob es wirklich nötig ist, ausgerechnet etwas, wo sich ein starkes sportliches Leben zeigt, wo sich unser Rallyesport von seiner attraktiven Seite zeigt, zu zerreden, zu zerreißen. Rolling Eyes Es ist ja wahrlich nicht so, daß es einen Mangel an Themen gäbe, die kritisch zu hinterfragen wären. Ich sage nur: 56 gestartete Wagen - aktuell bei der Rebenland-Rallye, gegenüber 71 im Vorjahr und 83 im Jahr 2024.

Paßt auch gut zu dem Kapitel "Geh nach Finnland auf Schotter, am Asphalt nach Frankreich oder Italien und setze Dich dort durch": Warum nicht bei uns zu Hause? Es wäre doch schön, wenn wir bei uns selber auch eine starke Konkurrenz hätten, wo ein Jeder sehen kann, wo er steht. Warum herrschen da so große Niveau-Unterschiede?

Warum redet über das Keiner?

Hauptsache, man weiß, was wichtig ist. Irgendwas muß ja darüber entscheiden, ob eine Nation erfolgreich ist im Rallyesport, oder nicht.
_________________
"Auf je tausend, die an den Blättern des Bösen zupfen, kommt einer der an der Wurzel hackt."

Henry David Thoreau
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Beiträge: 88

BeitragVerfasst am: 19. März 2026, 8:54h    Titel: Antworten mit Zitat

Also das sehe ich etwas anders.

Wovon lebt ein Sport?
Er lebt vom Interesse der Fans, ausschließlich - das ist die Grundwährung, ohne ihr geht gar nichts. Und zu einem solchen öffentlichen Interesse (welches Sponsoren erst ermöglicht) gehört auch, dass Leistungen von Sportlern analysiert werden. Gelobt aber auch kritisiert werden. Würde es nur noch Schönwetter-PR-Artikel geben (welche du und ich ja auch machen), wäre das Interesse für den Sport ganz schnell verflogen

Wir wissen doch: Wir, die interessierten Fans, wir sind während der Fußball-WM die besten Trainer, während dem Ski-Weltcup die besten Skifahrer, grundsätzlich sowieso immer die besseren Politiker und bei der Rallye sind wir alle die besten Fahrer Wink ein Sport lebt von der Auseinandersetzung mit den Leistungen der Protagonisten, da entsteht Reibung, Hitze=Interesse

Niemand zerreißt oder versenkt Michael Lengauer. Niemand sagt, er habe den Sieg 'absichtlich verschenkt'. DAS wäre wahrlich ein absurder Vorwurf. Was Achim macht, ist eine nicht schöngefärbte Analyse der Leistungen bei dieser einen Rallye - das ist kein Befund auf Lebenszeit und im Gegenteil, mit dem Ansatz aus Fehlern zu lernen.

Ich sehe die Projekte von Michael Lengauer und Maximilian Lichtenegger als glücklicherweise stabil und stark genug, sodass sie eine seriöse Fehler-Diagnose aushalten. Dass Achim zudem auch Simon Wagner und Raimund Baumschlager für deren Leistungen lobt, sollte man dabei nicht übersehen. Er hat aber auch schon einmal Simon Wagner kritisch beleuchtet.

Dein Vorschlag, man solle eher den Veranstalter wegen weniger Starter kritisieren - das kann wiederum ich nicht nachvollziehen. Veranstalter haben es heutzutage wahrlich nicht leicht und es sind vielzählige Faktoren, die zu Starterschwund führen. Das kann man nicht dem Veranstalter alleine umhängen.

Wie definiert sich der Erfolg einer Nation im Rallyesport? ich sehe da zwei Ebenen:

Die eine ist in der Breite - also ob es in einem Land gute Angebote für den Breitensport gibt - und da sind wir gerade heuer mit der ARC sehr gut aufgestellt. 4 reine kompakte ARC-Rallyes, im Kalender 9 (!!!) Rallyes, preiswerte Startmöglichkeiten und ein Reglement, das auch dank der AMF nationale Spielräume (M1, Proto, Rally4you, neuerdings 10er-Klassen,) lässt.

Und dann gibt es noch die Spitze - welche für das Interesse der sogenannten 'breiten Masse' sorgt. Da hat man beim Start von Manfred Stohl im Triestingtal gesehen, was alles auch heute noch möglich ist (zb Doppelseite Krone) - diese 'goldene Zeit' war genau so: Protagonisten fahren in WM/EM und ihre Leistungen werden analysiert, es wird darüber diskutiert - so ist das in einem gesunden Sport. Es werden nicht Mäntel des betretenen Schweigens über Missgeschicke gelegt, sie werden analysiert.

Und ich möchte dazu sagen, dass ich einen Lengauer-Sieg als goldrichtig für die Spannung in der TEC7 ORM gesehen hätte. Es ging also auch um die Frage, ob dieser eine Fehler bereits die Meisterschaft entschieden haben könnte? Darüber wird halt diskutiert - diese Diskussionen aus der Öffentlichkeit zu halten, wäre - davon bin ich überzeugt - schlecht für den Sport. Diskussionen sind wichtig. Wenn sie fair geführt werden und das ist bei Achims Analyse meiner Meinung nach absolut der Fall.

In diesem Sinne
keep rallying
keep talking
Noir
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Beiträge: 88

BeitragVerfasst am: 19. März 2026, 14:59h    Titel: Antworten mit Zitat

Achim Mörtl bat mich, für ihn eine Antwort auf den Beitrag von Andi Lugauer reinzustellen, was ich hiermit mache:

Lieber Andi,

dein eher theoretischer Zugang ist ja bekannt - und manchmal tatsächlich länger als die Presseaussendungen von Herrn Knobloch. Nur: Im Sport entscheidet am Ende nicht die Theorie, sondern die Leistung auf der Strecke.

Zum Thema Lengauer: Natürlich hat er Talent, das steht außer Frage. Aber wir müssen schon aufpassen, wie wir Begriffe verwenden. Mit 30 Jahren von 'Talent' zu sprechen, greift im internationalen Vergleich einfach zu kurz. Da reden wir längst über Leistung, über Resultate und über die Fähigkeit, sich durchzusetzen. Ein Kalle Rovanperä hat mit 24 bereits zwei WM-Titel gewonnen - das sind die Maßstäbe, wenn man über echten Spitzensport spricht.

Und genau hier beginnt aus meiner Sicht das Grundproblem: Diese österreichische Zufriedenheitshaltung. Hauptsache, es passiert irgendetwas. Hauptsache, es ist nett. Aber Spitzensport ist nicht nett - Spitzensport ist klar, hart und messbar.

Das sieht man auch an der Entwicklung des Rallyesports. Die Starterzahlen gehen zurück, die Dynamik fehlt. Und da muss man sich schon die Frage stellen, warum das so ist - auch in Richtung Promotor, der seit Jahren in der Verantwortung steht, ohne dass sich hier ein klar positiver Trend abzeichnet.

Ein weiterer Punkt ist die Außendarstellung. Was soll ein Journalist schreiben, wenn alles nur mehr weichgespült ist? Wenn jeder 'eh brav' ist, jeder 'eh Spaß hat' und Kritik praktisch nicht mehr stattfindet? Spannung entsteht durch Reibung, durch klare Aussagen, durch Charaktere. Wenn das fehlt, verliert der Sport an Interesse - und dann schreibt auch keiner mehr darüber.

Und damit sind wir beim nächsten Thema: Geld. Rallyesport war immer teuer, aber die Rahmenbedingungen sind schwieriger geworden. Sponsoren zu finden ist heute alles andere als einfach. Wenn der Sport gleichzeitig an Profil verliert, wird es noch schwieriger, Partner zu überzeugen. Und die, die sich das Ganze selbst finanzieren, wissen ohnehin, wie schnell das an Grenzen stößt.

Man kann all das ignorieren und sich damit zufriedengeben, dass 'wenigstens etwas passiert'.

Oder man spricht es offen an.

Ich habe mich für Letzteres entschieden
Achim Mörtl
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Andi Lugauer



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Beiträge: 1871

BeitragVerfasst am: 20. März 2026, 6:18h    Titel: ambivalent - äquivalent - fachkompetent Antworten mit Zitat

Moderator hat Folgendes geschrieben:
Also das sehe ich etwas anders.


Kein Problem... Cool

Ich hab mir eh gedacht: Soll ich...soll ich nicht... Dabei war irgendwie sowieso klar, daß ich es nicht lassen kann.

Ich möchte nun, zum eventuellen besseren Verständnis und um die Beweggründe für meine Äußerungen leichter nachvollziehbar zu machen, ein paar Dinge anfügen.

Dem Achim will ich keine plumpe Polemik unterstellen. Und daß Stellungnahmen, auch kritische zu Leistungen von Sportlern, Aufmerksamkeit und Interesse mit hervorrufen/begünstigen, stelle ich auch nicht in Frage. Und manchmal überzeichnet man auch ein wenig, beim Anbringen der "Gegen-Kritik". Sorry. So weit Alles ganz logisch. Ich finde nur, daß eine etwas andere gedankliche Herangehensweise bei verschiedenen Themen hilfreich und sinnvoll wäre.

Es geht mir auch gar nicht so sehr darum, die Statements von Achim zu verwerfen (ich werde mich zu seiner Antwort hier und ein paar von den gesagten Dingen auch noch äußern). Es geht mir viel mehr um die seit Jahrzehnten besonders in Österreich weit verbreitete (Un-)Tugend, die Leistungen und erst recht Ergebnisse von noch nicht eingesessenen "Stars", die erst ihren Weg im Sport finden müssen, schlechtzureden.

Eines ist nämlich klar: Einer, der erst noch relativ frisch dabei ist (Alter einmal außer Acht gelassen), hat es viel schwerer als Einer, der schon - sage ich einmal - ein halbes Dutzend oder gar ein Dutzend ÖRM-Titel geschafft hat. Nicht nur wegen der reduzierten Erfahrung. Auch der innere wie äußere Erfolgsdruck, die Unsicherheit, was erreicht werden kann und wie es weitergeht, sind viel größer. Daß die heute hoch angesehenen teilweisen Dauersieger am Anfang auch Jahre, manchmal Jahrzehnte meist hinterhergefahren sind, davon redet keiner mehr. Bei denen aber fand ich es genauso...nicht ganz fair.

Bewertungen von Engagements und Ergebnissen im Wettbewerb haben durchaus Berechtigung. Mir geht es eher um die Art der Aufbereitung. Sind wir ehrlich: Michael Lengauer wird mit Sicherheit viel darüber nachdenken, was bei der Rebenland-Rallye schiefgegangen ist, weswegen er den Sieg verloren hat. Und was er im Nachhinein betrachtet anders machen hätte können. Und in Zukunft in einer vergleichbaren Situation anders machen wird können. Dazu das Umfeld von BRR, wo Professionalität großgeschrieben wird: In meinen Augen müßig, da vom Nicht-Nutzen einer Chance zu reden.

Man könnte ja auch sagen: Es war ein spannender Kampf, wo beide Teilnehmer ihre Klasse gezeigt haben, und wo sich auch gezeigt hat, daß Michael Lengauer aus ÖRM-Perspektive sehr stark zur Spitze aufgeschlossen hat. Diesmal ist es halt für ihn dumm gelaufen, es kann bei der nächsten Rallye oder überhaupt in Zukunft besser gehen, das wird man sehen. Aber auf jeden Fall profitieren die ÖRM und der Rallyesport in Österreich insgesamt von seinem Antreten, man muß froh sein, daß ein solcher Fahrer dabei ist und das Sportgeschehen bereichert. Wie Simon natürlich auch.

Ganz zu schweigen davon, daß wir noch einige weitere Fahrer hätten, die in diesem Bereich agieren könnten oder es vielleicht sogar in absehbarer Zeit tun könnten. Aber so weit will ich gar nicht mehr gehen...

(Alternative) Möglichkeiten, Interesse der Fans zu erzeugen, zu vergrößern, zu intensivieren, gibt es jedenfalls mehr als genug.


Ich will dann doch aber auch auf die Problematik zu sprechen kommen, daß in manchen sportlich relevanten Kriterien Mangel-Erscheinungen mal stärker, mal schwächer sichtbar werden. Stark genug auf jeden Fall, daß sich eine sachlich-inhaltliche Auseinandersetzung lohnen würde. Vor Allem, wenn an sie die erfolgreiche Suche nach Auswegen angeschlossen ist. Es hilft halt einmal Alles nichts, aber ein Rückgang der Besetzung innerhalb von zwei Jahren um fast ein Drittel, das ist kein so kleines Bröckerl. Die geringeren Nenngeld-Einnahmen alleine schon. Dazu die Zahl von hoffnungsvollen Jungtalenten, die in den letzten Jahren schon nach wenigen Jahren wieder in der Versenkung verschwunden waren, daraus resultierende stark abgeschwächte Konkurrenz, weniger Attraktivität, weniger Vergleichsmöglichkeit, weniger gegenseitige Herausforderung...

Für mich Grund genug, daß diese Angelegenheit im Auge behalten werden sollte. Vor Allem von Seiten führender Kräfte. Und natürlich - das will ich auch klarstellen - nicht nur Seitens der Veranstalter. Wenngleich die in hohem Maß betroffen sind und deswegen schon von dort selbsttätig eine ernsthafte Problemanalyse angestoßen werden sollte.

In erster Linie ist es eine Kritik am System. Nicht an Einzelpersonen. Und wir wissen auch, daß sich Leiden, die sich im Laufe von Jahrzehnten angesammelt haben, nicht in wenigen Jahren beseitigen und durch massig Erfolge ersetzen lassen. Es laufen die Entscheidungen über Systemgestaltungen ja auch über mehrere Personengruppen, es gibt Vertreter aus relevanten Bereichen. Und letztendlich ein wichtiger Faktor sind auch Feedbacks von Außen. Wenn es überhaupt solche gibt...

Schließlich auch ist für das wirtschaftliche Wohlergehen des Sports auch entscheidend, in welchem Umfang er von der Masse von Menschen angenommen wird. Somit: Was wollen die Fans, weswegen kommen sie zu einer Rallye, wovon hängt es ab, ob sie zu einer Rallye kommen, ob sie sich für Rallyes interessieren, oder nicht.


Und jetzt...Achim, danke für Deine Nachricht. Very Happy Im Folgenden meine Statements dazu:

Moderator hat Folgendes geschrieben:
Lieber Andi,

dein eher theoretischer Zugang ist ja bekannt - und manchmal tatsächlich länger als die Presseaussendungen von Herrn Knobloch. Nur: Im Sport entscheidet am Ende nicht die Theorie, sondern die Leistung auf der Strecke.


Nur falls da Zweifel bestehen: Ich war immer dafür, daß die Leistung auf der Strecke das Haupt-Kriterium schlechthin für die Bewertung der Klasse eines Fahrers sein sollte. Das hätte Dir schon längst auffallen müssen. Denn das war bei mir noch nie anders. Im Übrigen: Würde diesem Grundsatz in unserer Sport-Branche stärker Rechnung getragen werden, und hätten wir früher damit angefangen, wären unser Sport und Viele daran als Aktive Beteiligte heute viel weiter.

DAS ist mein primärer Zugang. Theoretisch wie praktisch.

Moderator hat Folgendes geschrieben:
Zum Thema Lengauer: Natürlich hat er Talent, das steht außer Frage. Aber wir müssen schon aufpassen, wie wir Begriffe verwenden. Mit 30 Jahren von 'Talent' zu sprechen, greift im internationalen Vergleich einfach zu kurz. Da reden wir längst über Leistung, über Resultate und über die Fähigkeit, sich durchzusetzen. Ein Kalle Rovanperä hat mit 24 bereits zwei WM-Titel gewonnen - das sind die Maßstäbe, wenn man über echten Spitzensport spricht.


Ich danke Dir vor Allem, daß Du auf DAS hinweist.

Wenn wir schon dabei sind: Da wäre es vielleicht auch fair, die unterschiedlichen Rahmenbedingungen, den unterschiedlichen Background zu berücksichtigen, unter denen Fahrer wie hierzulande ein Michael Lengauer oder - internationaler Vergleich! - ein Kalle Rovanperä oder ein anderer nicht-österreichischer Fahrer im Sport groß geworden sind. Gerade Kalle ist dafür ein leuchtendes Beispiel. Mit dem Alter, in dem Kalle seine ersten Runden mit einem Rallyefahrzeug gedreht ist, machen die Kids bei uns noch Fangenspielen. Das ist Volksschulalter!

Oder, wenn ich mir manche Fahrer aus der Europameisterschaft ansehe: Da sind manche mit gerade einmal 16, 17 Jahren richtigen Rallye-Wettbewerb gefahren. Und das war sicher nicht ihr erster Kontakt mit diesem oder einem ähnlichen Metier. Ein Jaspar Vaher aus Estland ist sogar mit 14 Jahren schon seine erste richtige Rallye gefahren! Und davor schon sechs Einsätze mit einem Vorauswagen.

Und jetzt übertragt's dieses Schema einmal auf österreichische Verhältnisse, und stellt Euch vor, unsere Einstiegswilligen hätten auch solche Möglichkeiten. Pui, da geht aber dann die Post ab, das sage ich Euch! Very Happy

Mein Fazit daraus: Wenn man den Leuten schon reinen Wein einschenken will, und sich nicht von Zufriedenheitshaltung und "Hauptsache, es ist nett, es passiert irgendwas" beeinflussen lassen will, dann sollte man ihnen auch die ganze Wahrheit erzählen. So weit relevant.

Grundproblem und so...sich die Fragen stellen, warum das so ist...

Klare Aussagen, Charaktere? Bei mir immer willkommen.

Wenn die Rahmenbedingungen passend sind, daß sich viel und starke Konkurrenz heranbildet (siehe oben), wird es auch am Interesse am Sport nicht fehlen. Und dann wird es leichter und nicht schwerer, Partner zu überzeugen. Siehe "Profil gewinnen (oder verlieren)".

Man soll Dinge offen ansprechen, die unbefriedigend laufen. Die Frage ist aber auch das "wie", meiner Meinung nach. Und daß man die Gründe dafür vor Allem dort sucht, wo es wirklich Sinn macht.


Das war's vorerst, von meiner Seite. Solltest Du, Achim (oder auch Noir oder wer Anderer) dazu ergänzend noch was sagen wollen: Jederzeit gern. Cool
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Henry David Thoreau
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Peter Klein



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BeitragVerfasst am: 20. März 2026, 14:28h    Titel: Antworten mit Zitat

[quote="Moderator"]Achim Mörtl

Man kann all das ignorieren und sich damit zufriedengeben, dass 'wenigstens etwas passiert'.

Oder man spricht es offen an.

Ich habe mich für Letzteres entschieden
Achim Mörtl[/quote]


Achim Mörtl hat messerscharf analysiert ! Mit der notwendigen Distanz, jedoch mit dem profunden Wissen über die heimische und internationale Rallyeszene, Punkt ! Tatsächlich hat Herr Lengauer eine Riesenchance vergeben,- eine Vorentscheidung in der heimischen Meisterschaft ist damit gefallen.
Und wenn in Lengauers Presseaussendung der Sieg im Lavanttal angesagt wird, verweise ich auf einen Spruch des legendären Ron Denis: " To finish first, first you have to finish " ! angesagte Siege finden meist nicht statt .

Die Qualität der österreichischen Rallyepiloten stimmt mich sehr nachdenklich. Ein gesundheitlich angeschlagener Raimund Baumschlager fährt locker unter die ersten Fünf ! Ein 48jähriger Koltun, ein 50jähriger Knobloch halten in ihrer Klasse den " hoffnungsvollen Nachwuchs " souverän in Schach.
Maximilian Lichteneggers Wechsel von Opel und dem Team Waldherr zu Renault hat bisher viele Ausfälle und kaum gute Resultate gebracht. Ein weiteres Jahr mit dem Corsa so denke ich, hätte seiner Entwicklung gut getan.
Auch Marcel Neulinger begans seine Laufbahn mit tollen Erfolgen im Opel , nur scheint mir dieser junge Mann beständiger zu sein. Nun, mit dem Lancia Ypsilon und einem sehr erfahrenen Raimund Baumschlager im Rücken ist der Weg zu internationelen Vergleichen der einzig richtige Weg.
Luca Pröglhöf sollte ein weiteres Jahr in Luca Waldherrs Team guttunn,- seine Vorstellung im Triestingtal war beeindruckend. Alledings ist er mit bald 27 Jahren ein wenig in Verzug.
Bald 26 Jahre ist Daniel Mayer der mit Gerhard Winter einen sehr profilierten Co-Pilot an seiner Seite hat. Seine Zukunftspläne sind mir nicht bekannt, doch sollte er sich auch weiterhin international versuchen, vielleicht klappt es ja noch.
Achims Analyse wegen dem " Spass haben und auch " weichspülen " stimmt zu 100 % - dazu ein Beispiel:
Auf facebook findet man eínen " Teambericht" von Manuel Wurm in dem allen Ernstes behauptet wird, dass er die " wegweisende Rebenlandrallye " immerhin beenden konnte und das sogar auf Rang Drei ! Dass der gute Mann einen gehörigen Rückstand von mehr als 9 Minuten zum Zweiten und gar fast 13 Minuten auf den Sieger der RC 3 hatte wird ebenso vornehm verschwiegen wie die Tatsache, dass ohnedies nur drei Teilnehmer im Endklassement aufscheinen.
Ein klassisches Beispiel von der erwähnten " Weichspülung "

Noch ein Wort zu Simon Wagner, der seinen Sport in Österreich beispielhaft professionel betreibt und dementsprechend erfolgreich ist. Doch ich frage mich, ob ein weiterer Meistertitel seinen Ehrgeiz befriedigt ! In der Vergangenheit haben sich österreichische Rallyepiloten sehr erfolgreich in einer weit breiteren Weltklasse als heute behauptet. Als es zumindest doppelt so viele Werke und dementsprechende eine doppelt so große Anzahl an Profis gab.Auch in jener Zeit war Rallyesport teuer und Sponsorensuche nicht immer erfolgreich. Wir brauchen aber internationale Erfolge in der Welt- oder zumindest Europameisterschaft, andernfalls verkümmert der Rallyesport weiter, verliert noch komplett seinen Stellenwert und findet in den Medien kaum noch Beachtung !
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Peter Klein



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Beiträge: 420

BeitragVerfasst am: 20. März 2026, 14:42h    Titel: Antworten mit Zitat

[quote="Peter Klein"][quote="Moderator"]Achim Mörtl

Man kann all das ignorieren und sich damit zufriedengeben, dass 'wenigstens etwas passiert'.

Oder man spricht es offen an.

Ich habe mich für Letzteres entschieden
Achim Mörtl[/quote]


Achim Mörtl hat messerscharf analysiert ! Mit der notwendigen Distanz, jedoch mit dem profunden Wissen über die heimische und internationale Rallyeszene, Punkt ! Tatsächlich hat Herr Lengauer eine Riesenchance vergeben,- eine Vorentscheidung in der heimischen Meisterschaft ist damit gefallen.
Und wenn in Lengauers Presseaussendung der Sieg im Lavanttal angesagt wird, verweise ich auf einen Spruch des legendären Ron Denis: " To finish first, first you have to finish " ! angesagte Siege finden meist nicht statt .

Die Qualität der österreichischen Rallyepiloten stimmt mich sehr nachdenklich. Ein gesundheitlich angeschlagener Raimund Baumschlager fährt locker unter die ersten Fünf ! Ein 48jähriger Koltun, ein 50jähriger Knobloch halten in ihrer Klasse den " hoffnungsvollen Nachwuchs " souverän in Schach.
Maximilian Lichteneggers Wechsel von Opel und dem Team Waldherr zu Renault hat bisher viele Ausfälle und kaum gute Resultate gebracht. Ein weiteres Jahr mit dem Corsa so denke ich, hätte seiner Entwicklung gut getan.
Auch Marcel Neulinger begans seine Laufbahn mit tollen Erfolgen im Opel , nur scheint mir dieser junge Mann beständiger zu sein. Nun, mit dem Lancia Ypsilon und einem sehr erfahrenen Raimund Baumschlager im Rücken ist der Weg zu internationelen Vergleichen der einzig richtige Weg.
Luca Pröglhöf sollte ein weiteres Jahr in Luca Waldherrs Team guttun,- seine Vorstellung im Triestingtal war beeindruckend. Alledings ist er mit bald 27 Jahren ein wenig in Verzug.
Bald 26 Jahre ist Daniel Mayer der mit Gerhard Winter einen sehr profilierten Co-Pilot an seiner Seite hat. Seine Zukunftspläne sind mir nicht bekannt, doch sollte er sich auch weiterhin international versuchen, vielleicht klappt es ja noch.
Achims Analyse wegen dem " Spass haben und auch " weichspülen " stimmt zu 100 % - dazu ein Beispiel:
Auf facebook findet man eínen " Teambericht" von Manuel Wurm in dem allen Ernstes behauptet wird, dass er die " wegweisende Rebenlandrallye " immerhin beenden konnte und das sogar auf Rang Drei ! Soweit - so schlecht ! Dass der gute Mann einen gehörigen Rückstand von mehr als 9 Minuten zum Zweiten und gar fast 13 Minuten auf den Sieger der RC 3 hatte wird ebenso vornehm verschwiegen wie die Tatsache, dass ohnedies nur drei Teilnehmer im Endklassement aufscheinen.
Ein klassisches Beispiel von der erwähnten " Weichspülung "

Noch ein Wort zu Simon Wagner, der seinen Sport in Österreich beispielhaft professionel betreibt und dementsprechend erfolgreich ist. Doch ich frage mich, ob ein weiterer Meistertitel seinen Ehrgeiz befriedigt ?!
In der Vergangenheit haben sich österreichische Rallyepiloten sehr erfolgreich in einer weit breiteren Weltklasse als heute behauptet. Als es zumindest doppelt so viele Werke und dementsprechende eine doppelt so große Anzahl an Profis gab.Auch in jener Zeit war Rallyesport teuer und Sponsorensuche nicht immer erfolgreich.
Wir brauchen aber internationale Erfolge in der Welt- oder zumindest Europameisterschaft, andernfalls verkümmert der Rallyesport weiter, verliert noch komplett seinen Stellenwert und findet in den Medien kaum noch Beachtung ![/quote]
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quierax



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Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 20. März 2026, 16:19h    Titel: Antworten mit Zitat

Es wird eigentlich nur über die Spitze geschrieben, wer wie wann und warum welches Ergebnis eingefahren hat und welche Auswirkungen das auf den SPITZEN-Sport der Rallye ÖM haben kann. Warum Michael Lengauer diesen (Reifen?) Fehler begangen hat kann nur er oder sein Team beantworten. Ich war nicht dabei, aber Simon Wagner hat letztendlich auch wegen seiner Vorgeschichte verdient gewonnen, da er offensichtlich nie Tempo rausgenommen hat - Stichwort P2 sicher ins Ziel zu bringen - sondern bis zuletzt gekämpft hatte. Auch das macht einen Profi aus. Aber das ist meines Erachtens nur ein Nebenschauplatz der Szene, denn solche Kontroversen wie seinerzeit mit Raphael Sperrer, Franz Wittmann oder Achim Mörtl, das gibt es eben derzeit nicht und ja, darüber wurde geschrieben und auch gelesen, kommentiert, etc. Auch die großen Medien in Österreich. Und das war definitiv gut für den Sport und der Aufmerksamkeit, welche ihr zuteil wurde, was wiederum das Interesse der Sponsoren geweckt hatte.

Eine Baustelle sehe ich zweifellos in der Stufe darunter, und wenn man diese mit den Mitläufern der Szene zusammenfasst, dürfte das einen 90%+ Anteil ausmachen. Ja warum gab es im Rebenland nur 33 österreichische Teams am Start. Immerhin 53 bei der Jänner Rallye, wobei man dort recht einfach die Lokalmatadore die nur in ihrer Heimat starten rausfiltern kann. Eine Triestingtal hatte fast 50 Österreicher am Start. Eine leichte Steigerung ist für das Lavanttal, auch ob ihrer Lokalmatadore zu erwarten. Ein Großteil der Starter ist jetzt nicht auf große Sponsoren angewiesen, und haben sicherlich auch keine Ambitionen groß in internationale Serien aufzusteigen. Sie fahren ... einfach zum Spaß. Auch das soll man nicht vergessen.

Die Rebenland ist sicher keine schlechte Rallye, schöne Prüfungen und wie man schon länger hört mit großer Akzeptanz der Bevölkerung. Auch dank des Bürgermeisters, der die Nähe zur Bevölkerung sucht, anstatt diese so weit als möglich auszugrenzen. Denn das geht meistens schief. Man muss auch die Anrainer einbinden, auch hier ein Stichwort: Schule. So haben bereits die Kleinsten ein Erlebnis zur Veranstaltung, erzählen das zu Hause, wie toll dass die Fahrer dort waren und das stimmt dann auch die Eltern positiv. Genau solche Aktionen sind es, welche den Stellenwert erstmal an der Basis hebt. Denn wie kann es sein dass es bei einer 1000 Hügel Rallye vor 2 oder 3 Jahren, eine kleine Gruppe von paar Gegnern schafft, in der Bezirkszeitung Stimmung gegen die Rallye zu verbreiten. Die Bevölkerung liest das, denkt sich ja gut, ich bin auch dagegen, usw. Abgesehen davon haben viele von uns Fans oder auch Fahrern den Ursprung der Begeisterung für den Rallyesport als Kind erlebt. Das war bei mir genau so, und auch bei Raimund Baumschlager und vielen anderen!

Also warum so wenige Starter im Rebenland. Ist es der Aufwand der für eine ÖM Rallye betrieben werden muss? Bei der Challenge sind es zwei Tage (davon ein Arbeitstag), mit Anreise Donnerstag vielleicht ein halber Tag dazu der aufgewendet werden muss. Klar, ist ja auch die Challenge. Aber vielleicht sollte man daher in ÖM und ARC noch einen Schritt zurück machen. Muss ja nicht auf Kosten der SP-Kilometer gehen. Was nützen eigentlich stundenlange Pausen zwischen den Abschnitten. Natürlich weiß ich den Grund, die Zeitnehmer und Streckenposten müssen in dieser Zeit siedeln, spart dem Veranstalter Geld. Außerdem bringen 2 Tage Rallye der Gastronomie in der Region enormen Umsatz. Alles logisch und erklärbar. Aber wenn dann aus diesem Grund locker mal 20 oder 30 Teams auf einen Start verzichten, ist natürlich auch nicht toll. Für den Veranstalter nicht und auch nicht für die Zuschauer. Es gibt bald ÖM Läufe ohne Mitropa Cup. Den Teams selber wird es egal sein, so kann man sich bei wenigen Startern und gefühlt 57 verschiedenen Klassen mit Sicherheit über einen Pokal freuen, und dank Restart Regelung sogar mit einem Ausfall am ersten Tag. Und in einer Presseaussendung P3 bejubeln, wie es Herr Klein zitiert hatte.

Weil der Nachwuchs angesprochen wurde, auch ich halte Maximilian Lichtenegger für ein großes Talent, das hoffentlich in einem Profiteam mit entsprechenden Experten nicht zu frühzeitig verheizt wird. Erwartungshaltung, allgemeines Interesse an der Person, das müssen junge Talente auch erst verarbeiten. Gut, war Herr Knobloch halt phasenweise schneller, der Maximilian L. ist 19 Jahre alt. Allgemein würde ich jungen Talenten, wie immer sie auch heißen, auch eine Saison auf der Rundstrecke empfehlen, idealerweise in einem Markencup um direkt vergleichen zu können. Ein Patrick Winter oder David Doppelreiter haben davon nur profitiert. Und weil Achim Mörtl Opel angesprochen hat, natürlich wäre ein Markenpokal auch in der ORM ideal für junge Einsteiger. Gab es ja auch mit dem OPC Cup, zuvor waren es Suzuki, Fiat, Ford, nur darf man dort natürlich das Niveau nicht außer Acht lassen. Und idealerweise müsste es dann im Falle Opel auch die Möglichkeit geben in die Rally3 und später Rally2 aufsteigen zu können. Denn was passiert wenn man den Cup gewinnt. Nichts eigentlich. Patrick Winter hat sich nach dem Gewinn der Fiesta Trophy (er fuhr vorher in Deutschland den Fiesta Rundstrecken Cup) selbst in Schulden gestürzt um aufzusteigen, wobei ganz trifft das jetzt eh auch nicht zu, Insider wissen wovon ich spreche. Aber es hat eben keine Fortsetzung gefunden. Generell, Talent alleine genügt nicht. Nicht im Motorsport und auch nicht in anderen Sportarten. Auch die Fähigkeiten ein Budget aufzustellen gehört dazu, wenn nicht von ihm selber dann von seinem Umfeld, und auch die mediale Wirkung wird allzu oft vergessen. Fahrer die sich nicht verkaufen können, sind auch für Sponsoren nur halb so interessant. Auch hier wäre Selbstreflektion angebracht, und auch dafür benötigt man Talent, oder in gewisser Weise einen Berater und Schulung.

Abschließend, die Rallye ÖM ist nicht so schlecht, und wenn diverse Cups dabei sind kann es unter den ersten sieben Teams schon Fahrer sechs verschiedener Hersteller geben. Ist auch toll, wenn man sich an frühere Zeiten erinnert. Nur darf man eben auch auf die breite Masse dahinter nicht vergessen, empfehle das Interview mit Sepperl Pointinger betreffend dazu nachzulesen. Es gibt Teilnehmer, die müssen fast einen fünfstelligen Betrag investieren, um mit ihrem vorhandenen und vor einigen Jahren noch zugelassenen Rallyefahrzeug wieder starten zu dürfen. Obwohl nichts verändert wurde in der Zwischenzeit und nicht gefahren. Mir ist klar dass die AMF niemals irgendein Risiko eingehen wird bei diesen Themen. Die FIA gibt es vor, und wenn was passiert kann niemand die AMF dahingehend verklagen. Amerikanische Verhältnisse haben wir ohnehin schon zu Hauf, auch in Österreich, wo ein italienischer Tourist beim Wandern über eine Wurzel stolpert und dann auf der Suche nach einem Schuldigen ist (dem Wegehalter) um ihn verklagen zu können.
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