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Verschenken - verdenken - versenken

 
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Andi Lugauer



Anmeldedatum: 09.09.2010
Beiträge: 1873

BeitragVerfasst am: 18. März 2026, 20:26h    Titel: Verschenken - verdenken - versenken Antworten mit Zitat

Das war ja wieder einmal klar, daß das kommen würde... Razz ("Lengauer hat die Chance nicht genützt" und so)

Wir sind es ja schon gewohnt, daß man sich sofort draufhaut, wenn einem aufstrebenden Talent ein Mißgeschick unterläuft. So würde ich das nämlich nennen, was Michael Lengauer bei der Rebenland-Rallye widerfahren ist. Keiner verschenkt einen Erfolg, weil ihm fad ist. Das müßte Achim eigentlich selber sehr gut kennen. Wink

Jedem sein Recht, Jedem seine Sichtweise. Aber ich frage mich, ob es wirklich nötig ist, ausgerechnet etwas, wo sich ein starkes sportliches Leben zeigt, wo sich unser Rallyesport von seiner attraktiven Seite zeigt, zu zerreden, zu zerreißen. Rolling Eyes Es ist ja wahrlich nicht so, daß es einen Mangel an Themen gäbe, die kritisch zu hinterfragen wären. Ich sage nur: 56 gestartete Wagen - aktuell bei der Rebenland-Rallye, gegenüber 71 im Vorjahr und 83 im Jahr 2024.

Paßt auch gut zu dem Kapitel "Geh nach Finnland auf Schotter, am Asphalt nach Frankreich oder Italien und setze Dich dort durch": Warum nicht bei uns zu Hause? Es wäre doch schön, wenn wir bei uns selber auch eine starke Konkurrenz hätten, wo ein Jeder sehen kann, wo er steht. Warum herrschen da so große Niveau-Unterschiede?

Warum redet über das Keiner?

Hauptsache, man weiß, was wichtig ist. Irgendwas muß ja darüber entscheiden, ob eine Nation erfolgreich ist im Rallyesport, oder nicht.
_________________
"Auf je tausend, die an den Blättern des Bösen zupfen, kommt einer der an der Wurzel hackt."

Henry David Thoreau
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Beiträge: 88

BeitragVerfasst am: 19. März 2026, 8:54h    Titel: Antworten mit Zitat

Also das sehe ich etwas anders.

Wovon lebt ein Sport?
Er lebt vom Interesse der Fans, ausschließlich - das ist die Grundwährung, ohne ihr geht gar nichts. Und zu einem solchen öffentlichen Interesse (welches Sponsoren erst ermöglicht) gehört auch, dass Leistungen von Sportlern analysiert werden. Gelobt aber auch kritisiert werden. Würde es nur noch Schönwetter-PR-Artikel geben (welche du und ich ja auch machen), wäre das Interesse für den Sport ganz schnell verflogen

Wir wissen doch: Wir, die interessierten Fans, wir sind während der Fußball-WM die besten Trainer, während dem Ski-Weltcup die besten Skifahrer, grundsätzlich sowieso immer die besseren Politiker und bei der Rallye sind wir alle die besten Fahrer Wink ein Sport lebt von der Auseinandersetzung mit den Leistungen der Protagonisten, da entsteht Reibung, Hitze=Interesse

Niemand zerreißt oder versenkt Michael Lengauer. Niemand sagt, er habe den Sieg 'absichtlich verschenkt'. DAS wäre wahrlich ein absurder Vorwurf. Was Achim macht, ist eine nicht schöngefärbte Analyse der Leistungen bei dieser einen Rallye - das ist kein Befund auf Lebenszeit und im Gegenteil, mit dem Ansatz aus Fehlern zu lernen.

Ich sehe die Projekte von Michael Lengauer und Maximilian Lichtenegger als glücklicherweise stabil und stark genug, sodass sie eine seriöse Fehler-Diagnose aushalten. Dass Achim zudem auch Simon Wagner und Raimund Baumschlager für deren Leistungen lobt, sollte man dabei nicht übersehen. Er hat aber auch schon einmal Simon Wagner kritisch beleuchtet.

Dein Vorschlag, man solle eher den Veranstalter wegen weniger Starter kritisieren - das kann wiederum ich nicht nachvollziehen. Veranstalter haben es heutzutage wahrlich nicht leicht und es sind vielzählige Faktoren, die zu Starterschwund führen. Das kann man nicht dem Veranstalter alleine umhängen.

Wie definiert sich der Erfolg einer Nation im Rallyesport? ich sehe da zwei Ebenen:

Die eine ist in der Breite - also ob es in einem Land gute Angebote für den Breitensport gibt - und da sind wir gerade heuer mit der ARC sehr gut aufgestellt. 4 reine kompakte ARC-Rallyes, im Kalender 9 (!!!) Rallyes, preiswerte Startmöglichkeiten und ein Reglement, das auch dank der AMF nationale Spielräume (M1, Proto, Rally4you, neuerdings 10er-Klassen,) lässt.

Und dann gibt es noch die Spitze - welche für das Interesse der sogenannten 'breiten Masse' sorgt. Da hat man beim Start von Manfred Stohl im Triestingtal gesehen, was alles auch heute noch möglich ist (zb Doppelseite Krone) - diese 'goldene Zeit' war genau so: Protagonisten fahren in WM/EM und ihre Leistungen werden analysiert, es wird darüber diskutiert - so ist das in einem gesunden Sport. Es werden nicht Mäntel des betretenen Schweigens über Missgeschicke gelegt, sie werden analysiert.

Und ich möchte dazu sagen, dass ich einen Lengauer-Sieg als goldrichtig für die Spannung in der TEC7 ORM gesehen hätte. Es ging also auch um die Frage, ob dieser eine Fehler bereits die Meisterschaft entschieden haben könnte? Darüber wird halt diskutiert - diese Diskussionen aus der Öffentlichkeit zu halten, wäre - davon bin ich überzeugt - schlecht für den Sport. Diskussionen sind wichtig. Wenn sie fair geführt werden und das ist bei Achims Analyse meiner Meinung nach absolut der Fall.

In diesem Sinne
keep rallying
keep talking
Noir
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BeitragVerfasst am: 19. März 2026, 14:59h    Titel: Antworten mit Zitat

Achim Mörtl bat mich, für ihn eine Antwort auf den Beitrag von Andi Lugauer reinzustellen, was ich hiermit mache:

Lieber Andi,

dein eher theoretischer Zugang ist ja bekannt - und manchmal tatsächlich länger als die Presseaussendungen von Herrn Knobloch. Nur: Im Sport entscheidet am Ende nicht die Theorie, sondern die Leistung auf der Strecke.

Zum Thema Lengauer: Natürlich hat er Talent, das steht außer Frage. Aber wir müssen schon aufpassen, wie wir Begriffe verwenden. Mit 30 Jahren von 'Talent' zu sprechen, greift im internationalen Vergleich einfach zu kurz. Da reden wir längst über Leistung, über Resultate und über die Fähigkeit, sich durchzusetzen. Ein Kalle Rovanperä hat mit 24 bereits zwei WM-Titel gewonnen - das sind die Maßstäbe, wenn man über echten Spitzensport spricht.

Und genau hier beginnt aus meiner Sicht das Grundproblem: Diese österreichische Zufriedenheitshaltung. Hauptsache, es passiert irgendetwas. Hauptsache, es ist nett. Aber Spitzensport ist nicht nett - Spitzensport ist klar, hart und messbar.

Das sieht man auch an der Entwicklung des Rallyesports. Die Starterzahlen gehen zurück, die Dynamik fehlt. Und da muss man sich schon die Frage stellen, warum das so ist - auch in Richtung Promotor, der seit Jahren in der Verantwortung steht, ohne dass sich hier ein klar positiver Trend abzeichnet.

Ein weiterer Punkt ist die Außendarstellung. Was soll ein Journalist schreiben, wenn alles nur mehr weichgespült ist? Wenn jeder 'eh brav' ist, jeder 'eh Spaß hat' und Kritik praktisch nicht mehr stattfindet? Spannung entsteht durch Reibung, durch klare Aussagen, durch Charaktere. Wenn das fehlt, verliert der Sport an Interesse - und dann schreibt auch keiner mehr darüber.

Und damit sind wir beim nächsten Thema: Geld. Rallyesport war immer teuer, aber die Rahmenbedingungen sind schwieriger geworden. Sponsoren zu finden ist heute alles andere als einfach. Wenn der Sport gleichzeitig an Profil verliert, wird es noch schwieriger, Partner zu überzeugen. Und die, die sich das Ganze selbst finanzieren, wissen ohnehin, wie schnell das an Grenzen stößt.

Man kann all das ignorieren und sich damit zufriedengeben, dass 'wenigstens etwas passiert'.

Oder man spricht es offen an.

Ich habe mich für Letzteres entschieden
Achim Mörtl
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Andi Lugauer



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Beiträge: 1873

BeitragVerfasst am: 20. März 2026, 6:18h    Titel: ambivalent - äquivalent - fachkompetent Antworten mit Zitat

Moderator hat Folgendes geschrieben:
Also das sehe ich etwas anders.


Kein Problem... Cool

Ich hab mir eh gedacht: Soll ich...soll ich nicht... Dabei war irgendwie sowieso klar, daß ich es nicht lassen kann.

Ich möchte nun, zum eventuellen besseren Verständnis und um die Beweggründe für meine Äußerungen leichter nachvollziehbar zu machen, ein paar Dinge anfügen.

Dem Achim will ich keine plumpe Polemik unterstellen. Und daß Stellungnahmen, auch kritische zu Leistungen von Sportlern, Aufmerksamkeit und Interesse mit hervorrufen/begünstigen, stelle ich auch nicht in Frage. Und manchmal überzeichnet man auch ein wenig, beim Anbringen der "Gegen-Kritik". Sorry. So weit Alles ganz logisch. Ich finde nur, daß eine etwas andere gedankliche Herangehensweise bei verschiedenen Themen hilfreich und sinnvoll wäre.

Es geht mir auch gar nicht so sehr darum, die Statements von Achim zu verwerfen (ich werde mich zu seiner Antwort hier und ein paar von den gesagten Dingen auch noch äußern). Es geht mir viel mehr um die seit Jahrzehnten besonders in Österreich weit verbreitete (Un-)Tugend, die Leistungen und erst recht Ergebnisse von noch nicht eingesessenen "Stars", die erst ihren Weg im Sport finden müssen, schlechtzureden.

Eines ist nämlich klar: Einer, der erst noch relativ frisch dabei ist (Alter einmal außer Acht gelassen), hat es viel schwerer als Einer, der schon - sage ich einmal - ein halbes Dutzend oder gar ein Dutzend ÖRM-Titel geschafft hat. Nicht nur wegen der reduzierten Erfahrung. Auch der innere wie äußere Erfolgsdruck, die Unsicherheit, was erreicht werden kann und wie es weitergeht, sind viel größer. Daß die heute hoch angesehenen teilweisen Dauersieger am Anfang auch Jahre, manchmal Jahrzehnte meist hinterhergefahren sind, davon redet keiner mehr. Bei denen aber fand ich es genauso...nicht ganz fair.

Bewertungen von Engagements und Ergebnissen im Wettbewerb haben durchaus Berechtigung. Mir geht es eher um die Art der Aufbereitung. Sind wir ehrlich: Michael Lengauer wird mit Sicherheit viel darüber nachdenken, was bei der Rebenland-Rallye schiefgegangen ist, weswegen er den Sieg verloren hat. Und was er im Nachhinein betrachtet anders machen hätte können. Und in Zukunft in einer vergleichbaren Situation anders machen wird können. Dazu das Umfeld von BRR, wo Professionalität großgeschrieben wird: In meinen Augen müßig, da vom Nicht-Nutzen einer Chance zu reden.

Man könnte ja auch sagen: Es war ein spannender Kampf, wo beide Teilnehmer ihre Klasse gezeigt haben, und wo sich auch gezeigt hat, daß Michael Lengauer aus ÖRM-Perspektive sehr stark zur Spitze aufgeschlossen hat. Diesmal ist es halt für ihn dumm gelaufen, es kann bei der nächsten Rallye oder überhaupt in Zukunft besser gehen, das wird man sehen. Aber auf jeden Fall profitieren die ÖRM und der Rallyesport in Österreich insgesamt von seinem Antreten, man muß froh sein, daß ein solcher Fahrer dabei ist und das Sportgeschehen bereichert. Wie Simon natürlich auch.

Ganz zu schweigen davon, daß wir noch einige weitere Fahrer hätten, die in diesem Bereich agieren könnten oder es vielleicht sogar in absehbarer Zeit tun könnten. Aber so weit will ich gar nicht mehr gehen...

(Alternative) Möglichkeiten, Interesse der Fans zu erzeugen, zu vergrößern, zu intensivieren, gibt es jedenfalls mehr als genug.


Ich will dann doch aber auch auf die Problematik zu sprechen kommen, daß in manchen sportlich relevanten Kriterien Mangel-Erscheinungen mal stärker, mal schwächer sichtbar werden. Stark genug auf jeden Fall, daß sich eine sachlich-inhaltliche Auseinandersetzung lohnen würde. Vor Allem, wenn an sie die erfolgreiche Suche nach Auswegen angeschlossen ist. Es hilft halt einmal Alles nichts, aber ein Rückgang der Besetzung innerhalb von zwei Jahren um fast ein Drittel, das ist kein so kleines Bröckerl. Die geringeren Nenngeld-Einnahmen alleine schon. Dazu die Zahl von hoffnungsvollen Jungtalenten, die in den letzten Jahren schon nach wenigen Jahren wieder in der Versenkung verschwunden waren, daraus resultierende stark abgeschwächte Konkurrenz, weniger Attraktivität, weniger Vergleichsmöglichkeit, weniger gegenseitige Herausforderung...

Für mich Grund genug, daß diese Angelegenheit im Auge behalten werden sollte. Vor Allem von Seiten führender Kräfte. Und natürlich - das will ich auch klarstellen - nicht nur Seitens der Veranstalter. Wenngleich die in hohem Maß betroffen sind und deswegen schon von dort selbsttätig eine ernsthafte Problemanalyse angestoßen werden sollte.

In erster Linie ist es eine Kritik am System. Nicht an Einzelpersonen. Und wir wissen auch, daß sich Leiden, die sich im Laufe von Jahrzehnten angesammelt haben, nicht in wenigen Jahren beseitigen und durch massig Erfolge ersetzen lassen. Es laufen die Entscheidungen über Systemgestaltungen ja auch über mehrere Personengruppen, es gibt Vertreter aus relevanten Bereichen. Und letztendlich ein wichtiger Faktor sind auch Feedbacks von Außen. Wenn es überhaupt solche gibt...

Schließlich auch ist für das wirtschaftliche Wohlergehen des Sports auch entscheidend, in welchem Umfang er von der Masse von Menschen angenommen wird. Somit: Was wollen die Fans, weswegen kommen sie zu einer Rallye, wovon hängt es ab, ob sie zu einer Rallye kommen, ob sie sich für Rallyes interessieren, oder nicht.


Und jetzt...Achim, danke für Deine Nachricht. Very Happy Im Folgenden meine Statements dazu:

Moderator hat Folgendes geschrieben:
Lieber Andi,

dein eher theoretischer Zugang ist ja bekannt - und manchmal tatsächlich länger als die Presseaussendungen von Herrn Knobloch. Nur: Im Sport entscheidet am Ende nicht die Theorie, sondern die Leistung auf der Strecke.


Nur falls da Zweifel bestehen: Ich war immer dafür, daß die Leistung auf der Strecke das Haupt-Kriterium schlechthin für die Bewertung der Klasse eines Fahrers sein sollte. Das hätte Dir schon längst auffallen müssen. Denn das war bei mir noch nie anders. Im Übrigen: Würde diesem Grundsatz in unserer Sport-Branche stärker Rechnung getragen werden, und hätten wir früher damit angefangen, wären unser Sport und Viele daran als Aktive Beteiligte heute viel weiter.

DAS ist mein primärer Zugang. Theoretisch wie praktisch.

Moderator hat Folgendes geschrieben:
Zum Thema Lengauer: Natürlich hat er Talent, das steht außer Frage. Aber wir müssen schon aufpassen, wie wir Begriffe verwenden. Mit 30 Jahren von 'Talent' zu sprechen, greift im internationalen Vergleich einfach zu kurz. Da reden wir längst über Leistung, über Resultate und über die Fähigkeit, sich durchzusetzen. Ein Kalle Rovanperä hat mit 24 bereits zwei WM-Titel gewonnen - das sind die Maßstäbe, wenn man über echten Spitzensport spricht.


Ich danke Dir vor Allem, daß Du auf DAS hinweist.

Wenn wir schon dabei sind: Da wäre es vielleicht auch fair, die unterschiedlichen Rahmenbedingungen, den unterschiedlichen Background zu berücksichtigen, unter denen Fahrer wie hierzulande ein Michael Lengauer oder - internationaler Vergleich! - ein Kalle Rovanperä oder ein anderer nicht-österreichischer Fahrer im Sport groß geworden sind. Gerade Kalle ist dafür ein leuchtendes Beispiel. Mit dem Alter, in dem Kalle seine ersten Runden mit einem Rallyefahrzeug gedreht ist, machen die Kids bei uns noch Fangenspielen. Das ist Volksschulalter!

Oder, wenn ich mir manche Fahrer aus der Europameisterschaft ansehe: Da sind manche mit gerade einmal 16, 17 Jahren richtigen Rallye-Wettbewerb gefahren. Und das war sicher nicht ihr erster Kontakt mit diesem oder einem ähnlichen Metier. Ein Jaspar Vaher aus Estland ist sogar mit 14 Jahren schon seine erste richtige Rallye gefahren! Und davor schon sechs Einsätze mit einem Vorauswagen.

Und jetzt übertragt's dieses Schema einmal auf österreichische Verhältnisse, und stellt Euch vor, unsere Einstiegswilligen hätten auch solche Möglichkeiten. Pui, da geht aber dann die Post ab, das sage ich Euch! Very Happy

Mein Fazit daraus: Wenn man den Leuten schon reinen Wein einschenken will, und sich nicht von Zufriedenheitshaltung und "Hauptsache, es ist nett, es passiert irgendwas" beeinflussen lassen will, dann sollte man ihnen auch die ganze Wahrheit erzählen. So weit relevant.

Grundproblem und so...sich die Fragen stellen, warum das so ist...

Klare Aussagen, Charaktere? Bei mir immer willkommen.

Wenn die Rahmenbedingungen passend sind, daß sich viel und starke Konkurrenz heranbildet (siehe oben), wird es auch am Interesse am Sport nicht fehlen. Und dann wird es leichter und nicht schwerer, Partner zu überzeugen. Siehe "Profil gewinnen (oder verlieren)".

Man soll Dinge offen ansprechen, die unbefriedigend laufen. Die Frage ist aber auch das "wie", meiner Meinung nach. Und daß man die Gründe dafür vor Allem dort sucht, wo es wirklich Sinn macht.


Das war's vorerst, von meiner Seite. Solltest Du, Achim (oder auch Noir oder wer Anderer) dazu ergänzend noch was sagen wollen: Jederzeit gern. Cool
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Henry David Thoreau
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Peter Klein



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Beiträge: 421

BeitragVerfasst am: 20. März 2026, 14:28h    Titel: Antworten mit Zitat

[quote="Moderator"]Achim Mörtl

Man kann all das ignorieren und sich damit zufriedengeben, dass 'wenigstens etwas passiert'.

Oder man spricht es offen an.

Ich habe mich für Letzteres entschieden
Achim Mörtl[/quote]


Achim Mörtl hat messerscharf analysiert ! Mit der notwendigen Distanz, jedoch mit dem profunden Wissen über die heimische und internationale Rallyeszene, Punkt ! Tatsächlich hat Herr Lengauer eine Riesenchance vergeben,- eine Vorentscheidung in der heimischen Meisterschaft ist damit gefallen.
Und wenn in Lengauers Presseaussendung der Sieg im Lavanttal angesagt wird, verweise ich auf einen Spruch des legendären Ron Denis: " To finish first, first you have to finish " ! angesagte Siege finden meist nicht statt .

Die Qualität der österreichischen Rallyepiloten stimmt mich sehr nachdenklich. Ein gesundheitlich angeschlagener Raimund Baumschlager fährt locker unter die ersten Fünf ! Ein 48jähriger Koltun, ein 50jähriger Knobloch halten in ihrer Klasse den " hoffnungsvollen Nachwuchs " souverän in Schach.
Maximilian Lichteneggers Wechsel von Opel und dem Team Waldherr zu Renault hat bisher viele Ausfälle und kaum gute Resultate gebracht. Ein weiteres Jahr mit dem Corsa so denke ich, hätte seiner Entwicklung gut getan.
Auch Marcel Neulinger begans seine Laufbahn mit tollen Erfolgen im Opel , nur scheint mir dieser junge Mann beständiger zu sein. Nun, mit dem Lancia Ypsilon und einem sehr erfahrenen Raimund Baumschlager im Rücken ist der Weg zu internationelen Vergleichen der einzig richtige Weg.
Luca Pröglhöf sollte ein weiteres Jahr in Luca Waldherrs Team guttunn,- seine Vorstellung im Triestingtal war beeindruckend. Alledings ist er mit bald 27 Jahren ein wenig in Verzug.
Bald 26 Jahre ist Daniel Mayer der mit Gerhard Winter einen sehr profilierten Co-Pilot an seiner Seite hat. Seine Zukunftspläne sind mir nicht bekannt, doch sollte er sich auch weiterhin international versuchen, vielleicht klappt es ja noch.
Achims Analyse wegen dem " Spass haben und auch " weichspülen " stimmt zu 100 % - dazu ein Beispiel:
Auf facebook findet man eínen " Teambericht" von Manuel Wurm in dem allen Ernstes behauptet wird, dass er die " wegweisende Rebenlandrallye " immerhin beenden konnte und das sogar auf Rang Drei ! Dass der gute Mann einen gehörigen Rückstand von mehr als 9 Minuten zum Zweiten und gar fast 13 Minuten auf den Sieger der RC 3 hatte wird ebenso vornehm verschwiegen wie die Tatsache, dass ohnedies nur drei Teilnehmer im Endklassement aufscheinen.
Ein klassisches Beispiel von der erwähnten " Weichspülung "

Noch ein Wort zu Simon Wagner, der seinen Sport in Österreich beispielhaft professionel betreibt und dementsprechend erfolgreich ist. Doch ich frage mich, ob ein weiterer Meistertitel seinen Ehrgeiz befriedigt ! In der Vergangenheit haben sich österreichische Rallyepiloten sehr erfolgreich in einer weit breiteren Weltklasse als heute behauptet. Als es zumindest doppelt so viele Werke und dementsprechende eine doppelt so große Anzahl an Profis gab.Auch in jener Zeit war Rallyesport teuer und Sponsorensuche nicht immer erfolgreich. Wir brauchen aber internationale Erfolge in der Welt- oder zumindest Europameisterschaft, andernfalls verkümmert der Rallyesport weiter, verliert noch komplett seinen Stellenwert und findet in den Medien kaum noch Beachtung !
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Peter Klein



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Beiträge: 421

BeitragVerfasst am: 20. März 2026, 14:42h    Titel: Antworten mit Zitat

[quote="Peter Klein"][quote="Moderator"]Achim Mörtl

Man kann all das ignorieren und sich damit zufriedengeben, dass 'wenigstens etwas passiert'.

Oder man spricht es offen an.

Ich habe mich für Letzteres entschieden
Achim Mörtl[/quote]


Achim Mörtl hat messerscharf analysiert ! Mit der notwendigen Distanz, jedoch mit dem profunden Wissen über die heimische und internationale Rallyeszene, Punkt ! Tatsächlich hat Herr Lengauer eine Riesenchance vergeben,- eine Vorentscheidung in der heimischen Meisterschaft ist damit gefallen.
Und wenn in Lengauers Presseaussendung der Sieg im Lavanttal angesagt wird, verweise ich auf einen Spruch des legendären Ron Denis: " To finish first, first you have to finish " ! angesagte Siege finden meist nicht statt .

Die Qualität der österreichischen Rallyepiloten stimmt mich sehr nachdenklich. Ein gesundheitlich angeschlagener Raimund Baumschlager fährt locker unter die ersten Fünf ! Ein 48jähriger Koltun, ein 50jähriger Knobloch halten in ihrer Klasse den " hoffnungsvollen Nachwuchs " souverän in Schach.
Maximilian Lichteneggers Wechsel von Opel und dem Team Waldherr zu Renault hat bisher viele Ausfälle und kaum gute Resultate gebracht. Ein weiteres Jahr mit dem Corsa so denke ich, hätte seiner Entwicklung gut getan.
Auch Marcel Neulinger begans seine Laufbahn mit tollen Erfolgen im Opel , nur scheint mir dieser junge Mann beständiger zu sein. Nun, mit dem Lancia Ypsilon und einem sehr erfahrenen Raimund Baumschlager im Rücken ist der Weg zu internationelen Vergleichen der einzig richtige Weg.
Luca Pröglhöf sollte ein weiteres Jahr in Luca Waldherrs Team guttun,- seine Vorstellung im Triestingtal war beeindruckend. Alledings ist er mit bald 27 Jahren ein wenig in Verzug.
Bald 26 Jahre ist Daniel Mayer der mit Gerhard Winter einen sehr profilierten Co-Pilot an seiner Seite hat. Seine Zukunftspläne sind mir nicht bekannt, doch sollte er sich auch weiterhin international versuchen, vielleicht klappt es ja noch.
Achims Analyse wegen dem " Spass haben und auch " weichspülen " stimmt zu 100 % - dazu ein Beispiel:
Auf facebook findet man eínen " Teambericht" von Manuel Wurm in dem allen Ernstes behauptet wird, dass er die " wegweisende Rebenlandrallye " immerhin beenden konnte und das sogar auf Rang Drei ! Soweit - so schlecht ! Dass der gute Mann einen gehörigen Rückstand von mehr als 9 Minuten zum Zweiten und gar fast 13 Minuten auf den Sieger der RC 3 hatte wird ebenso vornehm verschwiegen wie die Tatsache, dass ohnedies nur drei Teilnehmer im Endklassement aufscheinen.
Ein klassisches Beispiel von der erwähnten " Weichspülung "

Noch ein Wort zu Simon Wagner, der seinen Sport in Österreich beispielhaft professionel betreibt und dementsprechend erfolgreich ist. Doch ich frage mich, ob ein weiterer Meistertitel seinen Ehrgeiz befriedigt ?!
In der Vergangenheit haben sich österreichische Rallyepiloten sehr erfolgreich in einer weit breiteren Weltklasse als heute behauptet. Als es zumindest doppelt so viele Werke und dementsprechende eine doppelt so große Anzahl an Profis gab.Auch in jener Zeit war Rallyesport teuer und Sponsorensuche nicht immer erfolgreich.
Wir brauchen aber internationale Erfolge in der Welt- oder zumindest Europameisterschaft, andernfalls verkümmert der Rallyesport weiter, verliert noch komplett seinen Stellenwert und findet in den Medien kaum noch Beachtung ![/quote]
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quierax



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BeitragVerfasst am: 20. März 2026, 16:19h    Titel: Antworten mit Zitat

Es wird eigentlich nur über die Spitze geschrieben, wer wie wann und warum welches Ergebnis eingefahren hat und welche Auswirkungen das auf den SPITZEN-Sport der Rallye ÖM haben kann. Warum Michael Lengauer diesen (Reifen?) Fehler begangen hat kann nur er oder sein Team beantworten. Ich war nicht dabei, aber Simon Wagner hat letztendlich auch wegen seiner Vorgeschichte verdient gewonnen, da er offensichtlich nie Tempo rausgenommen hat - Stichwort P2 sicher ins Ziel zu bringen - sondern bis zuletzt gekämpft hatte. Auch das macht einen Profi aus. Aber das ist meines Erachtens nur ein Nebenschauplatz der Szene, denn solche Kontroversen wie seinerzeit mit Raphael Sperrer, Franz Wittmann oder Achim Mörtl, das gibt es eben derzeit nicht und ja, darüber wurde geschrieben und auch gelesen, kommentiert, etc. Auch die großen Medien in Österreich. Und das war definitiv gut für den Sport und der Aufmerksamkeit, welche ihr zuteil wurde, was wiederum das Interesse der Sponsoren geweckt hatte.

Eine Baustelle sehe ich zweifellos in der Stufe darunter, und wenn man diese mit den Mitläufern der Szene zusammenfasst, dürfte das einen 90%+ Anteil ausmachen. Ja warum gab es im Rebenland nur 33 österreichische Teams am Start. Immerhin 53 bei der Jänner Rallye, wobei man dort recht einfach die Lokalmatadore die nur in ihrer Heimat starten rausfiltern kann. Eine Triestingtal hatte fast 50 Österreicher am Start. Eine leichte Steigerung ist für das Lavanttal, auch ob ihrer Lokalmatadore zu erwarten. Ein Großteil der Starter ist jetzt nicht auf große Sponsoren angewiesen, und haben sicherlich auch keine Ambitionen groß in internationale Serien aufzusteigen. Sie fahren ... einfach zum Spaß. Auch das soll man nicht vergessen.

Die Rebenland ist sicher keine schlechte Rallye, schöne Prüfungen und wie man schon länger hört mit großer Akzeptanz der Bevölkerung. Auch dank des Bürgermeisters, der die Nähe zur Bevölkerung sucht, anstatt diese so weit als möglich auszugrenzen. Denn das geht meistens schief. Man muss auch die Anrainer einbinden, auch hier ein Stichwort: Schule. So haben bereits die Kleinsten ein Erlebnis zur Veranstaltung, erzählen das zu Hause, wie toll dass die Fahrer dort waren und das stimmt dann auch die Eltern positiv. Genau solche Aktionen sind es, welche den Stellenwert erstmal an der Basis hebt. Denn wie kann es sein dass es bei einer 1000 Hügel Rallye vor 2 oder 3 Jahren, eine kleine Gruppe von paar Gegnern schafft, in der Bezirkszeitung Stimmung gegen die Rallye zu verbreiten. Die Bevölkerung liest das, denkt sich ja gut, ich bin auch dagegen, usw. Abgesehen davon haben viele von uns Fans oder auch Fahrern den Ursprung der Begeisterung für den Rallyesport als Kind erlebt. Das war bei mir genau so, und auch bei Raimund Baumschlager und vielen anderen!

Also warum so wenige Starter im Rebenland. Ist es der Aufwand der für eine ÖM Rallye betrieben werden muss? Bei der Challenge sind es zwei Tage (davon ein Arbeitstag), mit Anreise Donnerstag vielleicht ein halber Tag dazu der aufgewendet werden muss. Klar, ist ja auch die Challenge. Aber vielleicht sollte man daher in ÖM und ARC noch einen Schritt zurück machen. Muss ja nicht auf Kosten der SP-Kilometer gehen. Was nützen eigentlich stundenlange Pausen zwischen den Abschnitten. Natürlich weiß ich den Grund, die Zeitnehmer und Streckenposten müssen in dieser Zeit siedeln, spart dem Veranstalter Geld. Außerdem bringen 2 Tage Rallye der Gastronomie in der Region enormen Umsatz. Alles logisch und erklärbar. Aber wenn dann aus diesem Grund locker mal 20 oder 30 Teams auf einen Start verzichten, ist natürlich auch nicht toll. Für den Veranstalter nicht und auch nicht für die Zuschauer. Es gibt bald ÖM Läufe ohne Mitropa Cup. Den Teams selber wird es egal sein, so kann man sich bei wenigen Startern und gefühlt 57 verschiedenen Klassen mit Sicherheit über einen Pokal freuen, und dank Restart Regelung sogar mit einem Ausfall am ersten Tag. Und in einer Presseaussendung P3 bejubeln, wie es Herr Klein zitiert hatte.

Weil der Nachwuchs angesprochen wurde, auch ich halte Maximilian Lichtenegger für ein großes Talent, das hoffentlich in einem Profiteam mit entsprechenden Experten nicht zu frühzeitig verheizt wird. Erwartungshaltung, allgemeines Interesse an der Person, das müssen junge Talente auch erst verarbeiten. Gut, war Herr Knobloch halt phasenweise schneller, der Maximilian L. ist 19 Jahre alt. Allgemein würde ich jungen Talenten, wie immer sie auch heißen, auch eine Saison auf der Rundstrecke empfehlen, idealerweise in einem Markencup um direkt vergleichen zu können. Ein Patrick Winter oder David Doppelreiter haben davon nur profitiert. Und weil Achim Mörtl Opel angesprochen hat, natürlich wäre ein Markenpokal auch in der ORM ideal für junge Einsteiger. Gab es ja auch mit dem OPC Cup, zuvor waren es Suzuki, Fiat, Ford, nur darf man dort natürlich das Niveau nicht außer Acht lassen. Und idealerweise müsste es dann im Falle Opel auch die Möglichkeit geben in die Rally3 und später Rally2 aufsteigen zu können. Denn was passiert wenn man den Cup gewinnt. Nichts eigentlich. Patrick Winter hat sich nach dem Gewinn der Fiesta Trophy (er fuhr vorher in Deutschland den Fiesta Rundstrecken Cup) selbst in Schulden gestürzt um aufzusteigen, wobei ganz trifft das jetzt eh auch nicht zu, Insider wissen wovon ich spreche. Aber es hat eben keine Fortsetzung gefunden. Generell, Talent alleine genügt nicht. Nicht im Motorsport und auch nicht in anderen Sportarten. Auch die Fähigkeiten ein Budget aufzustellen gehört dazu, wenn nicht von ihm selber dann von seinem Umfeld, und auch die mediale Wirkung wird allzu oft vergessen. Fahrer die sich nicht verkaufen können, sind auch für Sponsoren nur halb so interessant. Auch hier wäre Selbstreflektion angebracht, und auch dafür benötigt man Talent, oder in gewisser Weise einen Berater und Schulung.

Abschließend, die Rallye ÖM ist nicht so schlecht, und wenn diverse Cups dabei sind kann es unter den ersten sieben Teams schon Fahrer sechs verschiedener Hersteller geben. Ist auch toll, wenn man sich an frühere Zeiten erinnert. Nur darf man eben auch auf die breite Masse dahinter nicht vergessen, empfehle das Interview mit Sepperl Pointinger betreffend dazu nachzulesen. Es gibt Teilnehmer, die müssen fast einen fünfstelligen Betrag investieren, um mit ihrem vorhandenen und vor einigen Jahren noch zugelassenen Rallyefahrzeug wieder starten zu dürfen. Obwohl nichts verändert wurde in der Zwischenzeit und nicht gefahren. Mir ist klar dass die AMF niemals irgendein Risiko eingehen wird bei diesen Themen. Die FIA gibt es vor, und wenn was passiert kann niemand die AMF dahingehend verklagen. Amerikanische Verhältnisse haben wir ohnehin schon zu Hauf, auch in Österreich, wo ein italienischer Tourist beim Wandern über eine Wurzel stolpert und dann auf der Suche nach einem Schuldigen ist (dem Wegehalter) um ihn verklagen zu können.
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goodman



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Beiträge: 107

BeitragVerfasst am: 23. März 2026, 0:15h    Titel: Antworten mit Zitat

Aus meiner Sicht hat der Hr. Wagner nicht eiskalt exekutiert sondern nur Glück gehabt. Bei der Jänner z.B. war er am Nachmittag des ersten Tages schon im Rückwärtsgang unterwegs und ist nur durch einen Fehler von Hrn. Lengauer bei der letzten SP als Führender in den 2. Tag gestartet.
Dann gab es den Reifenschaden.........und der Kas wor gessn.
Bei der Rebenlandrallye hat Hr. Lengauer bis auf die eine besagte Sonderprüfung dominiert. Wie man da klar erkennen kann, dass niemand den Staatsmeister dauerhaft unter Druck setzen kann, ist genauso widersprüchlich, wie sich über mangelnde Starterzahlen aufregen und zeitgleich allen jungen und ambitionierten Fahrern zu empfehlen sie mögen ins Ausland gehen.
Vielleicht gibt es ja Leute die sich nicht auf Lebenszeit verschulden wollen und denen ein ÖM-Titel reicht?!
Auch das wir uns in der veritabelsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten befinden geht an manchen Leuten anscheinend spurlos vorbei. Vielleicht, aber nur vielleicht, hat das auch etwas mit den Starterzahlen beim teureren der beiden Produkte zu tun (ÖM, ARC). Da ist es doch viel einfacher auf den Promotor hinzupecken, anstatt genauer zu analysieren.
Zurück zum Sportlichen, es wird sich zeigen ob der Vollprofi den Amateur dominieren kann.
Wenn nicht, wäre es für den Vollprofi ungleich peinlicher, als wenn angesagte Siege nicht stattfinden.......
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Andi Lugauer



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BeitragVerfasst am: 23. März 2026, 20:27h    Titel: Vorzug - Verzug - Nachzug Antworten mit Zitat

Schön. Schöööön...! Very Happy

Bin erfreut darüber, daß es ein paar durchdachte Rückmeldungen zur aktuellen Lage in unserem Lieblingssport gibt. Ich sehe auch Vieles so wie Herr Klein. Unter Anderem.

Rein sporttechnisch würde ich es lieber sehen, wenn Maximilian Lichtenegger noch bei den Rally4 geblieben wäre. Dann wäre in der Klasse die Spannung höher. Ob er damit weniger Ausfälle hätte, kann man schwer sagen. Ich wünsche sowohl ihm als auch Marcel Neulinger, daß er seinen weiteren Weg erfolgreich gehen kann.

Gleiches würde ich dem Lukas Wilhelm gönnen, der im Rebenland ebenfalls Ausfallpech durch einen Fahr-Kontroll-Verlust hatte. (Ihr wißt, was ich meine.)

Allgemein stelle ich in Frage, ob es ausschließlich mit der Qualität der österreichischen Rallyepiloten in Verbindung steht, daß sportlich Lücken erkennbar sind. Daß das der Fall ist, das stimmt ja zweifellos. "Im Verzug" sind unsere Sportler ja sowieso praktisch alle. Der Eine mehr, der Andere weniger. Aber was soll Anderes herauskommen, wenn es heißt "Derfst halt nicht darauf warten, daß Dir etwas in den Hintern geschoben wird." Während in anderen Ländern schon wer auf die Strecke geschickt wird, wo der noch nicht einmal eine Minute in einem Ferialpraktikum verbracht hat. Wenn ich erst zehn Jahre arbeiten muß, damit ich mir eine ÖRM-Meisterschafts-Saison in einem zweitklassigen Fahrzeug leisten kann, und da rede ich noch von einem günstigen Fall: Wie soll ich da mit 24 Jahren schon Weltmeister gewesen sein?

Ad "Realitätssinn" oder so...

Eine weitere Sache: Wenn Jemand einen Podestplatz mit 10 oder 15 Minuten Rückstand auf den Klassenersten und als letzter verbliebener Konkurrent als persönliches Erfolgserlebnis sieht und daran Freude hat, soll es von mir aus so sein. Solche "Probleme" (ich setze das Anführungszeichen nicht ohne Grund) würden sich von allein lösen, wenn fahrerische Leistungen von vor Allem jungen Teilnehmern in Österreich besser belohnt werden würden. Und schon der Einstieg um Einiges leichter wäre.

Denn - das muß man auch einmal sagen: Spitzenpiloten im Rallyesport wachsen halt einmal nicht in irgendeiner Werbe-Agentur heran, wie erfolgreich und komfortabel ausgestattet die auch sein mag. Und wo man die Noblesse bis ins Besenkammerl spürt. Sondern dort, wo es laut ist, manchmal dreckig, und wo man Schlagloch-Stöße und Fliehkräfte spürt. Und je öfter Einer mit dem Auto rutscht und trotzdem nicht abfliegt, umso höher der Lerneffekt.

Man sieht ja eh an genug Beispielen, wie es geht: Einfache, moderat motorisierte Autos, wo man sich zwingen muß, nur in den notwendigsten Momenten zu bremsen, und sich mit vollem Feuereifer in die Kurve zu legen, damit etwas weitergeht. Dafür sorgen muß man ja, weil sonst die Gegner schneller sind. Da setzen sich auf die Dauer die Geschicktesten und Ehrgeizigsten durch, die sich auch durch frustrierende Erlebnisse nicht aufhalten lassen. Die beste Schule, ganz wie in den Anfangsjahren von einem Rauno Aaltonen, Hannu Mikkola oder Stig Blomqvist. Einige Länder führen das heute auch noch vor, oder haben das überhaupt erst vor kurzer Zeit eingeführt. Und zufällig sind das nicht die erfolglosesten im Rallyesport. Was früher schon richtig und gut war, ist es auch heute noch. Zeitenwandel hin oder her.

Über internationale Erfolge österreichischer Rallyefahrer würde ich mich auch freuen. Und sicher wäre das auch ein guter Image- und PR-Pusher. Aber auch da ist die Grundvoraussetzung Nummer Eins, daß die in Frage kommenden Akteure ihre Kunst von der Pike auf gründlich gelernt haben, sodaß sie die Steuerungsabläufe im Grenzbereich im kleinen Finger haben. Gerade bei den heutigen Anforderungen an Schnelligkeit und Präzision. Betreffend sonstiger Kriterien sage ich nur: Denkt an die Verhältnisse Akropolis-Rallye in den Siebziger und Achtziger Jahren vgl. CER-Rallye. Obwohl die nicht nur viel näher an unserer Haustüre war, sondern auch INS Haus geführt hat. Die jetzige WM ist leider extrem Privatfahrer-feindlich geworden, und in ein Werkteam zu kommen, dürfte bei zwei Vertretern der Werke und einem Semi-Werk-Team extrem schwierig sein. Besonders, wenn nicht schon national wettbewerbsmäßig der volle Hammer drinnen ist. Sodaß man zumindest den Besten von den dort Agierenden von Grund auf Einiges zutraut.

Bleibt zu hoffen, daß in der Weltmeisterschaft die Verhältnisse wieder einmal ein wenig offener und wettbewerbsfreundlicher werden. ODER eine Wettbewerbsbühne neu entsteht, die sich verstärkt zur Identität des Rallyesports bekennt und den Zulauf ausgehungerter Fans und Aktiver clever nützt. Der wäre sicher nicht ganz klein... Laughing

DIE Möglichkeit halte ich auch nicht für ganz ausgeschlossen. Die Chancen darauf dürften umso höher sein, je mehr sich die aktuelle WM in eine Sackgasse verrennt und trotzdem die Reiter auf einem halbtoten Pferd unablässig sitzenbleiben.

Für Weichgespülte wäre da wie dort nicht viel zu holen. Ehrliche, aufrechte Persönlichkeiten, die sich gerne für eine gute Sache einsetzen, hätten jedoch eine Wahlmöglichkeit.
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"Auf je tausend, die an den Blättern des Bösen zupfen, kommt einer der an der Wurzel hackt."

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Andi Lugauer



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BeitragVerfasst am: 27. März 2026, 20:27h    Titel: Schneller. Höher. Klüger...? Antworten mit Zitat

quierax hat Folgendes geschrieben:
Es wird eigentlich nur über die Spitze geschrieben, wer wie wann und warum welches Ergebnis eingefahren hat und welche Auswirkungen das auf den SPITZEN-Sport der Rallye ÖM haben kann. Warum Michael Lengauer diesen (Reifen?) Fehler begangen hat kann nur er oder sein Team beantworten. Ich war nicht dabei, aber Simon Wagner hat letztendlich auch wegen seiner Vorgeschichte verdient gewonnen, da er offensichtlich nie Tempo rausgenommen hat - Stichwort P2 sicher ins Ziel zu bringen - sondern bis zuletzt gekämpft hatte. Auch das macht einen Profi aus. Aber das ist meines Erachtens nur ein Nebenschauplatz der Szene, denn solche Kontroversen wie seinerzeit mit Raphael Sperrer, Franz Wittmann oder Achim Mörtl, das gibt es eben derzeit nicht und ja, darüber wurde geschrieben und auch gelesen, kommentiert, etc. Auch die großen Medien in Österreich. Und das war definitiv gut für den Sport und der Aufmerksamkeit, welche ihr zuteil wurde, was wiederum das Interesse der Sponsoren geweckt hatte.


Danke erstmal für die aktive Beitrags-Teilnahme. Cool

Auch ich bin der Auffassung, daß nicht nur die absolute Spitze des Sports (auch auf den nationalen Sektor beschränkt) Aufmerksamkeit verdient. Daß schwerpunktmäßig immer den Gesamt-Ersten der hauptsächliche Fokus in den Medien gewidmet wird, ist völlig logisch. Wobei es - wie von Dir angesprochen wird - auch Schwankungen im quantitativen und qualitativen Umfang in der Berichterstattung gibt, und auch bei der Rallye-Berichterstattung generell. Wobei ich sagen würde, daß das Interesse der Öffentlichkeit und damit der Medien nicht hauptsächlich oder gar ausschließlich durch persönliche Differenzen unter den Leistungsträgern hervorgerufen wird, sondern durch den Grad der Spannung im Sport, durch Fahrzeuge, die von den Menschen als ansehnlich-prächtig angesehen werden, und durch die generell gebotene Action. Man konnte es in der Zeit um und nach der Jahrtausendwende ganz klar sehen: So was wie das Renault-Kitcar von Raphael Sperrer und danach auch die World Rally Cars: Das waren Publikumsmagneten und Stimmungsmacher. Sogar die Printmedien mit den größten Auflagen und hunderterlei Themenschwerpunkten haben immer wieder den einen oder anderen Rallye-Bericht gebracht. Wenn auch keine seitenlangen. Ab der Zeit, wo es weder Kitcars noch World Rally Cars mehr gab, sondern die Siegerwagen-Klasse zu 95 Prozent von einer Marke besetzt war, haben da die Zeitungs-Produzenten der Massenblatt-Kategorien den Rallyesport bei uns völlig fallengelassen. Ist ja auch nicht unlogisch.

Meiner Erfahrung nach braucht ein Sport, der gut und profund positioniert sein soll, sowohl eine Spitze, die etwas hermacht, als auch eine mit starkem Leben gefüllte Breite. Denn auch ein mittelklassig oder schwächlich motorisiertes Auto kann eine sehenswerte Vorstellung liefern. Besonders, wenn das Fahrerteam energisch um Lorbeeren ringt. Egal ob das ein 323er-Mazda, ein Quattro, ein alter Escort oder Ascona ist. Sogar ein kleiner Corolla oder ein schwerer Volvo kann für ein schönes Entertaining sorgen. Oder das mit bereichern. Das ist halt auch eine Frage vom Teilnahme-Anreiz, den sportlichen Perspektiven für die Schnellsten und Erfolgreichsten. Und den daraus resultierenden Konkurrenzverhältnissen. Weil Einer, der in seiner Klasse allein auf weiter Flur ist und wo es eh um keine Jahreswertung geht, wird anders fahren als Einer, der auf mindestens drei gleichschnelle Gegner trifft.

So viel ganz allgemein gesehen.

quierax hat Folgendes geschrieben:
Eine Baustelle sehe ich zweifellos in der Stufe darunter, und wenn man diese mit den Mitläufern der Szene zusammenfasst, dürfte das einen 90%+ Anteil ausmachen. Ja warum gab es im Rebenland nur 33 österreichische Teams am Start. Immerhin 53 bei der Jänner Rallye, wobei man dort recht einfach die Lokalmatadore die nur in ihrer Heimat starten rausfiltern kann. Eine Triestingtal hatte fast 50 Österreicher am Start. Eine leichte Steigerung ist für das Lavanttal, auch ob ihrer Lokalmatadore zu erwarten. Ein Großteil der Starter ist jetzt nicht auf große Sponsoren angewiesen, und haben sicherlich auch keine Ambitionen groß in internationale Serien aufzusteigen. Sie fahren ... einfach zum Spaß. Auch das soll man nicht vergessen.

Die Rebenland ist sicher keine schlechte Rallye, schöne Prüfungen und wie man schon länger hört mit großer Akzeptanz der Bevölkerung. Auch dank des Bürgermeisters, der die Nähe zur Bevölkerung sucht, anstatt diese so weit als möglich auszugrenzen. Denn das geht meistens schief. Man muss auch die Anrainer einbinden, auch hier ein Stichwort: Schule. So haben bereits die Kleinsten ein Erlebnis zur Veranstaltung, erzählen das zu Hause, wie toll dass die Fahrer dort waren und das stimmt dann auch die Eltern positiv. Genau solche Aktionen sind es, welche den Stellenwert erstmal an der Basis hebt. Denn wie kann es sein dass es bei einer 1000 Hügel Rallye vor 2 oder 3 Jahren, eine kleine Gruppe von paar Gegnern schafft, in der Bezirkszeitung Stimmung gegen die Rallye zu verbreiten. Die Bevölkerung liest das, denkt sich ja gut, ich bin auch dagegen, usw. Abgesehen davon haben viele von uns Fans oder auch Fahrern den Ursprung der Begeisterung für den Rallyesport als Kind erlebt. Das war bei mir genau so, und auch bei Raimund Baumschlager und vielen anderen!

Also warum so wenige Starter im Rebenland. Ist es der Aufwand der für eine ÖM Rallye betrieben werden muss? Bei der Challenge sind es zwei Tage (davon ein Arbeitstag), mit Anreise Donnerstag vielleicht ein halber Tag dazu der aufgewendet werden muss. Klar, ist ja auch die Challenge. Aber vielleicht sollte man daher in ÖM und ARC noch einen Schritt zurück machen. Muss ja nicht auf Kosten der SP-Kilometer gehen. Was nützen eigentlich stundenlange Pausen zwischen den Abschnitten. Natürlich weiß ich den Grund, die Zeitnehmer und Streckenposten müssen in dieser Zeit siedeln, spart dem Veranstalter Geld. Außerdem bringen 2 Tage Rallye der Gastronomie in der Region enormen Umsatz. Alles logisch und erklärbar. Aber wenn dann aus diesem Grund locker mal 20 oder 30 Teams auf einen Start verzichten, ist natürlich auch nicht toll. Für den Veranstalter nicht und auch nicht für die Zuschauer. Es gibt bald ÖM Läufe ohne Mitropa Cup. Den Teams selber wird es egal sein, so kann man sich bei wenigen Startern und gefühlt 57 verschiedenen Klassen mit Sicherheit über einen Pokal freuen, und dank Restart Regelung sogar mit einem Ausfall am ersten Tag. Und in einer Presseaussendung P3 bejubeln, wie es Herr Klein zitiert hatte.


Ja...die Baustelle(n)...

Es sind ja mehrere, zweifellos.

Wie wir jetzt sehen: Für die Lavanttal-Rallye hat sich wieder eine sehr hohe Beteiligung angesagt, das Gesamt-Starterfeld ist sehr gut gefüllt, auch wenn man Slowly Sideways und Rally4You abzieht. Damit ist erst einmal der innere Friede gerettet. Ist gut so. Aber zurücklehnen sollten wir uns trotzdem nicht. Zudem wirkt sich bei der Lavanttal auch die Zugehörigkeit zur Austrian Rallye Challenge aus. Und das Fernziel sollte ja sein, daß ÖRM und ARC wieder einmal als eigenständige Bewerbe ihren Weg gehen können. In jedem Fall kann es nur sinnvoll sein, eine Stärkung der ÖRM-Stammbesetzung anzustreben. Auch im Interesse der sportlichen Klasse.

Dann sollte ein solcher Starterschwund wie zuletzt in Leutschach nicht mehr so oft vorkommen. Sicher: Die Rebenland-Rallye ist streckenmäßig sehr reizvoll, und daß der Bürgermeister ein starker Anhänger des Sports ist, ja sogar selber einmal gefahren ist, ist ganz klar ein starker (aus unserer Sicht natürlich erfreulicher) Einflußfaktor. Da sieht man einmal wieder, daß es absolut einen Sinn hat, bei möglichst vielen Menschen eine beständige Leidenschaft für Rallyes zu erzeugen, sie im Inneren für den Sport zu gewinnen. Weil Begeisterungsfähige gibt es im Prinzip in allen Schichten, und wenn dann welche dabei sind, die in der Wirtschaft, bei der Geldverteilung, in der Verwaltung und der Politik etwas zu sagen haben, dann ist das ein großer Vorteil.

Jetzt zu der Sache generell mit der Anzahl und Zusammensetzung der Starter: Es ist sicher so, daß es immer teilweise Sport-Teilnehmer geben wird, die aus Zeit-, Geld- und Lebensplanungs-Gründen nur fallweise bei Rallyes starten werden. Die sind für die Nenngeld-Erträge und auch die Wettbewerbsqualität auch sehr wichtig, das sehe ich ebenfalls so. Trotzdem sollte das Hauptaugenmerk darauf gelegt werden, daß die Anzahl der regelmäßigen Starter, vor Allem solcher, die um Top-Platzierungen fahren (egal ob Gesamtwertung oder Sub-Wertungen), erhöht wird. Und ich gehe davon aus, daß das auch möglich ist. Es sollte sich Jeder vorab bewußt sein, daß ab einem gewissen Erfolgsgrad, mit dem man den Sport betreibt, viel Zeit und Geld draufgeht. Und vor Allem, wenn man den Erfolg dann weiter erhöhen will. Man kann auch da oder dort einmal eine Rallye fahren, aber die große Karriere ist dann so gut wie sicher gelaufen.

Wer zum Spaß weiterfahren will und es sich leisten kann, soll das tun. Generell soll auch den Just-for-fun-Vertretern nichts in den Weg gelegt werden, wenn sie sich auf der Strecke halbwegs sicher fühlen. Ich denke halt nur, daß es wichtig wäre, in Zukunft stärker darauf hinzuarbeiten, daß vor Allem den besonders Talentierten und Ambitionierten bessere Chancen eröffnet werden.

Ich denke, daß es möglich sein müßte, jede Kategorie, gleich ob ORM, ORM2, ORM3 oder - falls das einmal kommen sollte: Eine Wertung für M1 Rallye/LG2 u. dgl. - so weit zu bringen, daß etwa vier Sieganwärter dabei sind. Plus ca. zwei Fahrer, die zumindest fallweise Bestzeiten fahren können. Der Rest eben: Starter aus dem lokalen Umfeld, Gelegenheitsstarter, Neueinsteiger, die ein wenig experimentieren wollen. Natürlich werden immer wieder auch Teilnehmer dabei sein, die nach einiger Zeit draufkommen, daß sie doch nicht auf die Dauer ein regelmäßiges Programm fahren wollen. Nachrückende Aufstiegswillige, die es ja immer wieder gibt, und entsprechend dazu bereit wären, sollten dann deren Position übernehmen. So sollte das dahingehen.

Wenn das - oder so was in der Art - gelingen würde, dann hätten wir auf jeden Fall schon sehr viel geschafft.

Natürlich bleibt dabei die Frage des "wie". Ich weiß nicht, ob es empfehlenswert wäre, das Format der ÖRM-Rallyes noch weiter herabzusetzen. Zeit- und Geld-Aufwand? Natürlich. "Soll nicht auf Kosten von SP-Kilometern gehen" ist ja klug. Die Frage ist, ob es im Real-Ablauf tatsächlich so verwirklicht werden kann. Und bei noch kürzeren Rallyes kommen vielleicht noch weniger Menschen von weiter weg zu den Rallyes angereist, und mit immer weniger Anreisenden, fast nur noch Besuchern von der Lokal-Bevölkerung, wird es schwerer, auf den wirtschaftlichen Nutzwert als Goodwill zu bauen. Den Faktor sollte man schon auch berücksichtigen, finde ich.

Bei der Austrian Rallye Challenge, die eher im Umkreis von max. 150 Kilometern abläuft, teilweise auch von unter hundert Kilometern, und von dort ihr treues Publikum hat, sehe ich ein weniger großes Problem. Aber bei 200, 300 oder mehr wird es schon schwieriger.

Wie gesagt: Auf keinen Fall noch weiter runter mit den Wertungs-Kilometern. Dafür eine Ebene schaffen, die Extra für Nachwuchs-Sportler angelegt ist. Da von mir aus nur 40 Kilometer auf Zeit fahren - und auf recht risikofreien Strecken. Die müssen deswegen nicht langweiliger oder weniger fordernd sein. Selbst bei künstlichen Kursen wie Teesdorf ist da viel Talentprobe möglich. Vielleicht eine brauchbare Alternative oder Ergänzung zu Rundstrecke, Slalom oder Rallycross.

Projekte in Richtung "Cup" wären natürlich zusätzlich eine gute Sache. Wenn das weitere Umfeld verstärkt Leistungs-orientiert ausgelegt wäre, würde ich auch gute Chancen sehen, daß Cup-Sieger erfolgreich aufsteigen. Das war bisher nicht so sehr der Fall, aber wir haben halt in vielen Dingen noch einen großen Aufholbedarf. Das wird immer weniger werden, und es wird immer besser werden, je effektiver wir jede Möglichkeit nützen und vorhandene Lücken schließen. Wie eben, immer noch ganz kraß sichtbar, bei der Rallye-Einstiegs-Ebene.

Daß Fahrkönnen allein nicht immer genügt, um sportlich einen Erfolgsweg zu gehen, davon können gerade in Österreich zahlreiche Personen ein Lied singen. Das ist bekannt. Die Bereitschaft zur Unterstützung sollte erhöht werden. Vor Allem bei den Wirtschaftskreisen, die vom Rallyesport leben und deren eigener Erfolg von der sportlichen Qualitäts-Entwicklung abhängt. Denn Eines sollte man bei der ganzen Betrachtung nicht vergessen: Nicht nur die Sportler brauchen für ihren Erfolg Hilfeleistungen, weil sie's meist selber nicht derzahlen. Auch zum Beispiel Veranstalter brauchen gute Sportler, damit ihre Arbeit ein starkes, breites Interesse hervorruft und entsprechend möglichst hoch belohnt wird. Für Vermieter und Tuner ist ein sportlicher Erfolg eine gute Werbung, dazu für alle involvierten Partner aus der Wirtschaft. Das geht dann immer weiter.

Die Überlegungen sollten auf jeden Fall auch beinhalten, verstärkt dafür zu sorgen, daß fahrerisch gute Einsteiger beim Aufstellen von Budgets weniger auf sich allein gestellt sind. Was das "sich verkaufen" und Öffentlichkeitsarbeit betrifft: Das ist manchmal etwas zwiespältig. Einerseits sind Originale gefragt, die ein eigenständiges Persönlichkeitsprofil haben. Andererseits entsprechen Menschen mit Profil nicht immer dem gewünschten Idealbild von Clever & Smart. Klar soll Jemand als Sportler, der von Vielen wahrgenommen wird, nicht in jedem Satz ein Vokabular wie aus der tiefsten Vorstadt einsetzen. Aber wenn Alle nur mehr reden wie der Elmayer, überhaupt keine Authentizität mehr vermitteln...

Man ist ja als angesehener Sportler auch so etwas wie eine Identifikationsfigur. Irgendwie beruht da auch sehr viel auf Intuition. Ein wenig Witz kann auch oft nicht schaden. Wahrscheinlich ist es auch so, daß der Darstellung viel zu viel Kapazität gewidmet wird. Und daß das eh kaum mehr Einen interessiert, wenn dann auf der Strecke nicht viel läuft. Lieber mehr darauf schauen, daß direkt im Wettbewerb mehr geboten wird. Das wäre oft viel besser. Wenn dort anständig geliefert wird, kann man das immer noch mit Einsatz für Publicity unterstützen. Dann macht das auch richtig Sinn.

Im Allgemeinen sollte überlegt werden, wie die Verhältnisse mehr teilnehmergerecht gestaltet werden könnten. Vor Allem für die, die sich besonders leidenschaftlich reinhauen und denen auch aufgrund ihrer Fähigkeiten eine große Zukunft zuzutrauen ist. Es ist ja nicht nur für die Sportler selber wichtig - wie gesagt. Man sollte die Gründe erforschen, warum Viele von den jungen Guten viel zu früh wieder aufhören, sollte über Lösungswege nachdenken, wie man die vorhandenen Möglichkeiten besser aufeinander abstimmen kann, das ganze Angebot-Nachfrage-Zusammenspiel besser zusammenführen kann. Ich bin mir sicher, daß dann aus unserem Rallyesport Einiges mehr zu holen ist. Noch mehr, als es bislang schon möglich ist. Da ist halt wichtig: Offenheit auf der einen Seite, und die Fähigkeit zur Reflexion auf der anderen Seite. Und nicht zuletzt auch gegenseitiges Verständnis.

Wenn sich Einsatz und Bemühung für die Sache auszahlen, dann wird sich auch die Bereitschaft dafür erhöhen. Auf der ganzen Linie. Das Ergebnis wird davon profitieren, und viele Menschen werden es danken. Auch wichtig: Es zählt schon jeder kleine Schritt, der zur Verbesserung führt. Deswegen verdient auch der schon Anerkennung.

Zuletzt noch: Man soll lobend-zufrieden sein, wo es angebracht ist. Und kritisch sein, wo es angebracht ist. Nur so kommen wir weiter.
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