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Peter Klein
Anmeldedatum: 14.01.2020 Beiträge: 443
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Verfasst am: 6. Juli 2026, 11:10h Titel: Nicht immer ist schnell tatsächlich schnell! |
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| Da haben sich am vergangenen Wochenende unsere hoffnungsvollsten Nachwuchsfahrer mit der europäischen Klasse verglichen - und das ist gut so ! Die Erkenntnis ist wohl für beide Piloten vielleicht ernüchternd, auf jeden Fall aber lehrreich,- hoffendlich! Unter der Obhut von Routinier und Teamchef Raimund Baumschlager könnten aus den Pflänzchen vielleicht tatsächlich Pflanzen werden, die sich in der Europameisterschaft behaupten können. Und wir reden da noch lange nicht von der Weltklasse. Dass sowohl Neulinger´, als auch Lichtenegger ihren Gegnern in Österreich fast schon um die berühmten Ohren fahren, hat einmal mehr keine Aussagekraft. Aber Erfolge in der heimischen Meisterschaft sollten wieder Mut machen, sich auch weiterhin international zu vergleichen. Es ist nun mal so, dass in unserem schönen Land die großen Talente der Vergangneheit, die sich auch in der Weltklasse etabliert hatten, nicht auf den Bäumen wachsen. Aber unter sorgfältiger Führung vielleicht doch langsam reifen können. Die " Jahrhunderttalente " werden nicht von ungefähr so benannt, dabei war es seinerzeit für die Herren Wittmann, Fischer, Wiedner, Baumschlager oder den Stohl`s sicher nicht leichter Weltmeisterschaftspunkte zu holen. Apropos, im zarten Alter von 20 Jahren sicherte sich Manfred Stohl die ersten WM-Punkte, morgen, am 7. Juli wird Österreichs erfolgreichster Rallypilot 54 Jahe jung. Ich würde viel geben, ihn noch einmal auf den Waldviertler Schotterstraßen in angemessener Eile reisen sehen. Alles Liebe Manfred - und den heimischen Nachwuchsfahrern halte ich die Daumen. |
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Andi Lugauer
Anmeldedatum: 09.09.2010 Beiträge: 1888
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Verfasst am: 14. Juli 2026, 20:26h Titel: What makes the difference... |
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| Peter Klein hat Folgendes geschrieben: | | Da haben sich am vergangenen Wochenende unsere hoffnungsvollsten Nachwuchsfahrer mit der europäischen Klasse verglichen - und das ist gut so ! Die Erkenntnis ist wohl für beide Piloten vielleicht ernüchternd, auf jeden Fall aber lehrreich,- hoffendlich! Unter der Obhut von Routinier und Teamchef Raimund Baumschlager könnten aus den Pflänzchen vielleicht tatsächlich Pflanzen werden, die sich in der Europameisterschaft behaupten können. Und wir reden da noch lange nicht von der Weltklasse. Dass sowohl Neulinger´, als auch Lichtenegger ihren Gegnern in Österreich fast schon um die berühmten Ohren fahren, hat einmal mehr keine Aussagekraft. Aber Erfolge in der heimischen Meisterschaft sollten wieder Mut machen, sich auch weiterhin international zu vergleichen. Es ist nun mal so, dass in unserem schönen Land die großen Talente der Vergangneheit, die sich auch in der Weltklasse etabliert hatten, nicht auf den Bäumen wachsen. Aber unter sorgfältiger Führung vielleicht doch langsam reifen können. Die " Jahrhunderttalente " werden nicht von ungefähr so benannt, dabei war es seinerzeit für die Herren Wittmann, Fischer, Wiedner, Baumschlager oder den Stohl`s sicher nicht leichter Weltmeisterschaftspunkte zu holen. Apropos, im zarten Alter von 20 Jahren sicherte sich Manfred Stohl die ersten WM-Punkte, morgen, am 7. Juli wird Österreichs erfolgreichster Rallypilot 54 Jahe jung. Ich würde viel geben, ihn noch einmal auf den Waldviertler Schotterstraßen in angemessener Eile reisen sehen. Alles Liebe Manfred - und den heimischen Nachwuchsfahrern halte ich die Daumen. |
Das ist schön. Sie können es brauchen. Und noch Einiges mehr. Über das sollte man sich Gedanken machen.
Ich würde sagen: Talente unter den österreichischen Rallye-Piloten sind heute nicht weniger vertreten, oder bei entsprechendem Support zu finden, als zu der Zeit von einem Wittmann, Fischer, Kalnay und so weiter. Zu den Hintergründen aus meiner Sicht: Später.
Wenn man, so wie Marcel Neulinger, als Neu-Ankömmling zum ersten Mal eine bestimmte ERC-Rallye überhaupt fährt, die komplette Strecke für Einen neu ist, dann ist das etwas ganz Anderes, als wenn er zu Hause, auf Prüfungen, die schon recht gut bekannt sind, zur Konkurrenz antritt. "Schwache" heimische Konkurrenz? Deswegen das "Um-die-Ohren-Fahren?", während in der ERC schnell nicht tatsächlich schnell ist? So lange nicht mehr interessierte Junge in den Sport einsteigen können, und als Fortsetzung davon die Besten unter ihnen mindestens ein Rally4-Auto fahren, werden wir es nicht erfahren.
Das ist das Eine.
Ad "Jahrhunderttalente": Klar, die Leistungen von Wittmann Senior, Wilfried Wiedner, Sepp Haider, Werner Grißmann (den würde ich auch dazuzählen) oder Rudi und Manfred Stohl waren großartig. Da könnte man auch wieder sagen: "Für österreichische Verhältnisse" (so wie heute bei Marcel und Maximilian). Weil gegen einen Alén, Biasion, Kankkunen und andere damals erfolgreiche Werksfahrer waren die auch chancenlos. Wenn von denen wer ausgefallen ist oder die nicht am Start waren, hat es besser ausgesehen. Es ist immer Vieles relativ. Und es war sportlich damals wie heute nicht immer Alles hundertprozentig aussagekräftig und ehrlich, da auch von anderen Dingen als dem Fahrkönnen beeinflußt.
Ein paar Dinge haben sich zweifellos verschoben. Es ist klar, daß man sich fragt: Warum sind heute die schnellsten österreichischen Starter, die sich auf internationale Pfade begeben, auf dem Papier-Ergebnis nicht mehr so erfolgreich wie unsere Besten in den Achtziger Jahren? Wo es - immerhin ein paar Male - zu Podestplätzen gereicht hat, bis hin sogar zu Gesamtsiegen.
Einige Begebenheiten haben sich halt geändert. Sicher haben es unsere WM-Gaststarter vor vierzig, fünfzig Jahren auch nicht leicht gehabt. Das ist in den Akropolis-Rückblicken von Herrn Klein recht schön herausgearbeitet worden, es klingt auch sehr glaubhaft. Aber früher konnte man, bei den damals üblichen langen Rallyes, Konkurrenten mit stärkeren Wagen "derwarten", hoffen, daß bei denen was kaputtgeht, damit man weiter nach vorne kommt. Wenn man das Glück hatte, daß man selber durchfahren konnte. Heute geht das fast nicht mehr. Da muß man die Gegner "derfahren", und da bleibt selbst bei den heute sehr wenigen Rally1-Wagen genug übrig, wogegen man mit bloßer Fahrkunst nicht ankommt. Abgesehen davon, daß heutzutage kaum mehr ein Österreicher WM fährt, wie die Erfahrung der letzten Jahre gezeigt hat. Wahrscheinlich, weil einfach die Anmeldungskosten schon so hoch sind. Bei den heutzutage sehr geringen Erfolgschancen tut sich das dann kaum noch Jemand an. Und setzt das Geld lieber anders ein.
Daß sich heute Marcel Neulinger und Maximilian Lichtenegger auf die ERC-Bühne trauen, ist ein erfreulicher Zwischenschritt. So, wie ich die Rally Roma di Capitale einschätze, ist gerade das ein Lauf, wo man eher wenig auf Ausfälle von starken Gegnern spekulieren kann, und wo von Anfang bis zum Schluß maximaler Druck aufs Tempo angesagt ist. Sodaß sich ein Erfahrungsrückstand, ein Rückstand in der Streckenkenntnis stark auswirkt. Bei ihrem nächsten Start dort wird sicher Einiges anders aussehen. Ich hoffe, sie haben die Gelegenheit dazu, und werden weiter dabei bleiben. Daß sie grundsätzlich einen guten Drive draufhaben, hat man ja in Schweden schon gesehen.
Abgesehen davon, könnte man auch die Frage stellen: Ab wann ist man überhaupt ein Jahrhunderttalent? Oder gibt es da eine eigene Definition, aus österreichischer Sicht? Und ohne die Würde von klassischen österreichischen Galionsfiguren des Rallyesports antasten zu wollen, aber ich erinnere mich beispielsweise daran, daß eine auch aus meiner Sicht herausragende heimische Rallye-Legende durch einen vergleichsweise Namenlosen dereinst in den Genuß eines auffallend schönen Klassenduells gekommen ist, vor über 30 Jahren, in Admont. Das er zwar bedauerlicherweise nicht zu Ende führen konnte, aber ein bißchen ein zusätzliches Leben ist dadurch schon in den Rennverlauf hineingekommen. Ob man von einem Jahrhunderttalent reden kann, kann ich bei beiden Konkurrenten nicht zuverlässig sagen. Aber daß ins generelle Rallye-Geschehen der zurückliegenden Jahrzehnte mehr Spannung und buntes Leben hineingekommen wäre, wenn mehr Fahr-Talente eine faire Karriere-Chance bekommen hätten, das scheint mir ziemlich naheliegend zu sein.
Damals wie heute sind hierzulande wiederholt hoffnungsvolle Kandidaten durch den Rost gefallen, denen Großes zuzutrauen gewesen wäre. Eigentlich erschreckend viele. Das sollten wir ändern. So gut es möglich ist, zumindest.
Es ist halt einmal momentan vordringlich, sich zu überlegen, wo und wie zukünftige Star-Fahrer am Besten heranwachsen. Und wie das generelle nationale sportliche Programm darauf abgestimmt werden sollte. Da sehe ich einige bislang ungenützte Möglichkeiten.
Um es zu einem guten, runden Abschluß zu bringen: Ich finde es persönlich super, was Marcel Neulinger, Maximilian Lichtenegger und ihre Helfer machen und leisten. Da werden mir sicher viele heimische Rallyefans beipflichten. Wenn noch ein paar weitere Aufsteigertypen dazukommen würden, die eine vergleichbare Performance abliefern und wo sich daraus eine entsprechende Zukunftsperspektive ableiten läßt, würd's mich freuen. Selbstverständlich.  _________________ "Auf je tausend, die an den Blättern des Bösen zupfen, kommt einer der an der Wurzel hackt."
Henry David Thoreau |
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