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Andi Lugauer



Anmeldedatum: 09.09.2010
Beiträge: 1876

BeitragVerfasst am: 12. April 2026, 0:01h    Titel: No fear of thinking clear! Antworten mit Zitat

goodman hat Folgendes geschrieben:
Aus meiner Sicht hat der Hr. Wagner nicht eiskalt exekutiert sondern nur Glück gehabt. Bei der Jänner z.B. war er am Nachmittag des ersten Tages schon im Rückwärtsgang unterwegs und ist nur durch einen Fehler von Hrn. Lengauer bei der letzten SP als Führender in den 2. Tag gestartet.
Dann gab es den Reifenschaden.........und der Kas wor gessn.
Bei der Rebenlandrallye hat Hr. Lengauer bis auf die eine besagte Sonderprüfung dominiert.


Man kann bei solchen Vorkommnissen/Vorgängen immer die Dinge SO oder SO sehen. Cool Vieles ist neben den Anstrengungen der jeweils agierenden Personen auch eine Frage der jeweiligen Umstände. Und als Unbeteiligter kann man leicht sagen "Hätt sich der Eine von den Zweien halt nicht wegschmeißen dürfen" oder so. Oder Gründe wie fehlende Profi-Attitüde oder allgemeines Unvermögen als Ursache anführen. Aber fahrerische Reife ist keine statische Größe, sondern eine dynamische, die sich mit dem Grad der Dauer der Karriere und auch mit dem schon Erreichten verändert. Innerer Druck und so weiter.

goodman hat Folgendes geschrieben:
Wie man da klar erkennen kann, dass niemand den Staatsmeister dauerhaft unter Druck setzen kann, ist genauso widersprüchlich, wie sich über mangelnde Starterzahlen aufregen und zeitgleich allen jungen und ambitionierten Fahrern zu empfehlen sie mögen ins Ausland gehen.
Vielleicht gibt es ja Leute die sich nicht auf Lebenszeit verschulden wollen und denen ein ÖM-Titel reicht?!


Das Blöde ist: Viele Leute haben nicht einmal einen ÖM-Titel erreichen können, vielleicht höchstens in einer Unter-Kategorie, und waren trotzdem zumindest Jahrzehnte lang mit dem Rückzahlen von Bankschulden beschäftigt. Oder eh fast ein ganzes Erwachsenenleben lang.

Das zweite Blöde ist: Wenn man den erfolgshungrigen und auch talentierten jungen Rallye-Interessierten daheim keine geeigneteren Rahmenbedingungen bietet, um mit vertretbaren Kosten ihren Weg zu gehen, oder zumindest genauer herauszufinden, was im Wettbewerb möglich sein könnte, dann werden sie eh irgendwann stärker ins Ausland ausweichen. Wenn das neben dem vollständigen Fernbleiben vom Wettbewerb noch als Alternative in Betracht kommt. Es muß ja nicht gleich Finnland sein, oder Frankreich. In Ungarn, Tschechien oder Bayern tut sich auch Einiges. Wie neulich bei der Osterrallye Tiefenbach, oder beim Hutthurmer Rallyesprint.

Vernünftiger wäre natürlich, wenn das Alles daheim ablaufen würde. Dann kriegen wir höhere Starterzahlen UND mehr überdurchschnittlich erfolgreiche Fahrer.

Wenn daneben noch der eine andere nahe gelegene Auslands-Start drin ist - umso besser.

goodman hat Folgendes geschrieben:
Auch das wir uns in der veritabelsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten befinden geht an manchen Leuten anscheinend spurlos vorbei. Vielleicht, aber nur vielleicht, hat das auch etwas mit den Starterzahlen beim teureren der beiden Produkte zu tun (ÖM, ARC). Da ist es doch viel einfacher auf den Promotor hinzupecken, anstatt genauer zu analysieren.


Das mit dem genauen/vernünftigen Analysieren ist bei uns immer so eine Sache. Wink Meine Erfahrung hat mich das so gelehrt.

Betreffend Überlegungen hinsichtlich momentaner Wirtschaftskrise und Übertragung auf das Sportgeschehen möchte ich auch etwas sagen. Klar spürt man das, wenn weitverbreitet Unternehmen und Privatpersonen geringere Einkommen haben, und damit auch häufig geringere Kapital-Reserven, auf die man zurückgreifen kann. Was jede größere Investition zusätzlich erschwert. Oder sogar ganz unmöglich macht. Und Rallyesport ist eben - wie wir wissen - in hohem Maß kosten- und Kapital-intensiv.

Ich denke trotzdem, daß man durch geschickte Planung und professionell aufeinander abgestimmte Zusammenarbeit viel an Schwierigkeiten überwinden kann. Auch der jetzigen. Und andererseits auch wiederum unter verfehlten Planungen das Ergebnis in der Sache stark leiden kann. Selbst wenn der finanzielle Background an sich einen Erfolg begünstigen sollte. Ich habe nämlich nicht vergessen, daß es vor über dreißig Jahren, wohl gesamt-wirtschaftlich eine bessere Zeit als jetzt, auch Rallyes mit kaum dreißig Teilnehmer-Fahrzeugen gegeben hat. Wo es in einer Saison schon als großartig gegolten hat, wenn fünfzig bei einer Rallye erreicht wurden. Und eine Austrian Rallye Challenge als zweite stützende Säule hat überhaupt nicht existiert. Ein bißchen haben wir also doch den zweifellos vorhandenen Erschwernissen erfolgreich entgegenwirken können. Auf das sollten wir in Zukunft stärker bauen. Schließlich verweise ich auch wieder auf andere Nationen mit auch aktuell blühendem Rallyesport, die wirtschaftlich mindestens die gleichen Probleme haben wie wir.

Was uns jetzt viel helfen würde, wäre eine dritte Veranstaltungs-Säule, schwerpunktmäßig mit Autos, die sich kostenmäßig im unteren Bereich bewegen. Am Besten mit ein paar Gaststartern, die durch ihren spektakulären Fahreinsatz prädestinierte Publikums-Magneten sind. Womit auch für einen entsprechend erhöhten Besucher-Anreiz gesorgt wäre. Von mir aus auch außer Konkurrenz. Es ist vielleicht verfänglich, das zu sagen, aber einen Christof Klausner haben wahrscheinlich mehr Menschen gekannt als jeden Europameister der letzten zwanzig Jahre. Solche Fahrer gibt es bei uns sicher noch einige.

goodman hat Folgendes geschrieben:
Zurück zum Sportlichen, es wird sich zeigen ob der Vollprofi den Amateur dominieren kann.
Wenn nicht, wäre es für den Vollprofi ungleich peinlicher, als wenn angesagte Siege nicht stattfinden.......


Jetzt ist das ja leider nichts geworden. Wobei ich damit nicht meine, daß ich nicht will, daß Simon für seine fraglos exzellente Leistung gebührend belohnt wurde. Es herrscht da keinerlei Neid meinerseits. Aber der Ausfall/Abgang von Michael Lengauer ist halt gerade in der jetzigen Situation ausgesprochen bitter.

Ich halte trotzdem nichts von dieser - Autsch! - theoretischen Abgrenzung Vollprofi - Profi - Amateur. Und so was in der Art. Es basiert ja auch Alles nur auf Momentaufnahmen. Der langfristige Trend und das, was er unterm Strich aussagt, kann schon wieder ganz anders aussehen.

Klar: Entscheidungen über Unterstützungen werden kurzfristig gefällt. Und bei Einem, der noch keinen Titel hat, ist das Voraussagen seiner Zukunft und seiner zukünftigen Ergebnisse viel eher Spekulation als bei Einem, der schon mindestens fünf, sechs Titel als Ausbeute vorlegen kann. Aber wenn man die Argumentation hier nur auf diese Grundlage stützt, bleibt es halt ewig bei den erstarrten Verhältnissen. Anstatt daß sich sportlich richtig viel tut.

Sind wir ehrlich: Wir erleben es ja nicht zum ersten Mal, daß sich ein Sportler, der sich erst auf einer bestimmten Stufe beweisen muß, gegen einen schon länger Eingesessenen schwer tut. Und nicht nur einmal ist es vorgekommen, daß der dann später fulminant zugeschlagen hat. Dann war der auf einmal der super Held. Und die anderen lauter Todeln, die den nicht derfahren. Aber es kann mir Keiner erzählen, daß einer jahrelang, womöglich jahrzehntelang von Grund auf nichts imstande ist, und dann auf einmal ist er so makellos, so unantastbar, daß er durch Nichts und Niemanden zu besiegen ist. Man ändert sich ja in seinen Fähigkeiten nicht so schlagartig von einem Moment zum Anderen.

Das sagt für mich auch: Die bloßen Ergebnisse sind nicht immer hundertprozentig repräsentativ für die Fähigkeit (oder noch viel mehr: Unfähigkeit) eines Sportlers. Es wird Vieles durch verschiedene Umstände verzerrt. Ein direkterer, ausgeglichenerer Wettbewerb auf mehreren Ebenen würde helfen, da mehr Klarheit hineinzubringen. Und nebenbei der Attraktivität und den verbesserten Möglichkeiten für Aufstiegswillige auf die Sprünge helfen. Den Rest kennt Ihr eh.
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"Auf je tausend, die an den Blättern des Bösen zupfen, kommt einer der an der Wurzel hackt."

Henry David Thoreau
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