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Peter Klein
Anmeldedatum: 14.01.2020 Beiträge: 431
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Verfasst am: 25. Mai 2026, 9:33h Titel: Und jetzt ? |
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Österreichische Rallyepiloten starten vermehrt im Ausland, suchen dort direkte Konkurrenz und können, zumindest teilweise angenehm überraschen.
Simon Wagner hatte ja am Beginn der Saison große Ambitionen auf den tschechischen Meistertitel und wollte im " Skoda-Land " der Konkurrenz mit seinem Hyundai ein Schnippchen schlagen - bisher leider ohne großem Erfolg. Nach drei tollen Siegen in Österreich folgte im Nachbarland die Ernüchterung: erst ein technischer Ausfall und nun, am vergangenen Wochenende "nur" ein vierter Rang bei der Cesky Krumlov. Ein Rückschlag und dennoch Ansporn es " denen " zu zeigen und dennopch schon bald Erfolge feier, vielleicht dann im August bei der " Barum "
Unser " Jungen " versuchen sich nun auch vermehrt gegen ausländische Konkurrenz - und das ist gut so!
Maximilian Lichtenegger bewies eund um Karlstad sein Talent, erzielte tatsächlich Top-Zeiten, ehe er nach Reifen- und Folgeschaden weit zurückfiel.
Marcel Neulinger hat sich vermutlich eine bessere Endplatzierung als Rang Sieben in der RC4 erhofft. Noch ist der Junior unbeständig, aber von dem 21jährigen darf man sich noch heuer mehr erwarten.
Dass die Lehrjahre mit dem Opel Corsa im Team von Stohl/Waldherr gute waren, beweist ein anderer Pilot: Calle Carlberg schaffte nach vier Jahren bei Opel nun mit 25 Jahren den perfekten Umstieg in die RC2 und zeigte in Schweden mit einem 4. Gesamtrang gehörig auf!
Erfreuliches gibt es auch von den " Historischen " und der Rally Acropolis zu berichten.
Dass Lukas Schindelegger mit dem Herrn Papa und dem Ford Escort RS 2000 und 45 Teilnehmern im Ziel mit dem 15. Gesamtrang abschließen konnte, hat nicht nur mich angenehm überrascht. So war Rudi Stohl unter den Zuschauern vor Ort und berichtet von schwierigen, weil ungewohnten bedingungen - Regen und tiefes Geläuf ist dort selten.
Und "last but not least" Oldie Kris Rosenberger, der als nunmehr 57jähriger mit seiner Nicole und dem Subaru auf dem mehr als tollen zweiten Gesamtrang ins Ziel gekommen ist. Hinter dem 41jährigen Weltklassepiloten Jari Matti Latvala im Celica Turbo 4WD Werksauto von Toyota.
Und die Moral von der Geschicht ?
Herrschaften bleibt dabei, sucht auch in Zukunft immer wieder den Vergleich im Ausland ( ohne die heimische Konkurrenz zu vernachlässigen ). Ihr habt am vergangenen Wochenende viel für den heimischen Rallyesport geleistet und Österreich sehr gut präsentiert, - bitte weiter so ! |
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Andi Lugauer
Anmeldedatum: 09.09.2010 Beiträge: 1879
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Verfasst am: 27. Mai 2026, 19:26h Titel: Und jetzt? (Am Besten) DAS... |
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Alles sehr schön. Wenngleich in mir im Hinterkopf auch die Frage "Und jetzt?" herumgeistert.
Weil die Gefahr immer wieder sehr groß ist, daß meine Aussagen in bestimmten Grundzügen falsch verstanden werden: Ich freue mich als Rallye-Anhänger mit hundertprozentig echter Leidenschaft außerordentlich darüber, daß unsere am Wochenende aktiven Sportler so kräftige Zeichen gesetzt haben. Das kann man schon recht guten Gewissens als Sternstunde für den österreichischen Rallyesport bezeichnen. Und je mehr grundlegend Rallye-affine Menschen darauf aufmerksam werden, umso besser. Wobei für mich vor Allem die Leistungen von Marcel und Maximilian starke Signale waren, die auf einen möglicherweise bevorstehenden fulminanten Aufbruch hinweisen. Mit neuen Chancen für unseren Sport, die in viele Richtungen gehen. Nur wird es auch darauf ankommen, daß diese Chancen professionell aufgegriffen werden. Nicht nur direkt von den Sportlern selber. Da habe ich, ehrlich gesagt, am wenigsten Angst.
Weil gleichzeitig damit, daß ich mich darüber freue, daß unsere zuletzt aktiven Rallyesportler so großartig in Erscheinung getreten sind, schmerzt es mich, daß Highlights dieser Art nicht schon früher viel öfter passiert sind. Weil es meiner Ansicht nach durchaus möglich gewesen wäre. Die Zeit, die wir gerade erleben, ist ja nicht gerade die einfachste, um in diese Richtung Erfolge zu schaffen. Was hätten wir dann nicht Alles in den Jahren davor schaffen müssen? Wenn es nicht nur auf Zufallstreffer ankommt. Und welche Folgewirkungen hätten sich daraus ergeben, auf die wir auch jetzt noch bauen könnten, und auch jetzt noch unsere Sportwelt bereichern würden? Wir wären da sicher aktuell viel weiter.
Ich weiß schon: Was vorbei ist, kann man nicht zurückdrehen. Aber es ist immer noch möglich, das, was vor zehn, fünfzehn oder 25 Jahren versäumt wurde, in Angriff zu nehmen und zu bearbeiten. Aber das muß man sich bewußt machen. Und wenn man angfressen darüber ist, daß so lange nichts weitergebracht worden ist, und man nicht bloß beim "Super, jetzt läuft eh Alles wunderbar!" hängenbleibt, und glaubt, daß jetzt Alles paßt und das auch automatisch so bleibt, dann werden auch von Idealismus und Professionalität getragene Zukunftsplanungen eher engagiert vorangetrieben. Das ist unverändert wichtig, und mit dem jetzigen Aufwind sollte es auch leichter zu realisieren sein.
Noch eine Bemerkung zum Abschneiden von Marcel Neulinger: Unbeständig ist er sicher nicht (nicht Unbeständiger als ein "Alteingesessener", sage ich), die Liste seiner Ausfälle in seiner gesamten Laufbahn (SR-Ergebnisse mit eingerechnet) ist äußerst kurz. Eine Schotterrallye in Skandinavien ist halt etwas ganz Anderes als die Verhältnisse, die er bisher gefahren ist. Hätte er die Möglichkeit gehabt, das Fahren auf solchen Strecken öfter zu trainieren, und zwar nicht nur mit einem kurzen Test, sondern richtig im Wettbewerb, wäre ihm das Ergebnis-entscheidende Mißgeschick vermutlich nicht passiert. Wenn man den Gesamt-Verlauf der Rallye betrachtet, ist er eigentlich eh gefahren wie ein gestandener langjähriger Spitzenstar. Wenn da noch was zu verfeinern übrig bleibt: Umso besser.
Über Lichtenegger braucht man auch nicht viel zu sagen: Klasse Vorstellung, prima Aussicht für die Zukunft. Auf die Leistungen solcher junger Sportler bauen die Erfolgspotentiale unseres Sports für die kommende Zeit. Aber nicht nur auf das. Es ist wichtig, das nicht zu vergessen. Je mehr die heimische Sportbühne identisch ist mit anspruchsvollen Bewerben außer Landes, umso besser werden sich unsere Schnellsten behaupten können. Da wie dort. Dann wird es auch ganz sicher was mit dem "Weiter so".
Übrigens: Der TEC7-Podcast mit Michael Fehlmann und Philip Lueger war super, paßt auch hervorragend zum Thema. Ich kann nur Jedem, der Rallyes liebt, raten, sich das anzuhören. _________________ "Auf je tausend, die an den Blättern des Bösen zupfen, kommt einer der an der Wurzel hackt."
Henry David Thoreau |
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