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Jochen schau obe...

 
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Andi Lugauer



Anmeldedatum: 09.09.2010
Beiträge: 1562

BeitragVerfasst am: 4. Oktober 2020, 19:42h    Titel: Jochen schau obe... Antworten mit Zitat

Ein historischer Moment für den österreichischen Motorsport jährt sich nunmehr zum 50. Mal.

Tja: Vor einem halben Jahrhundert trug die österreichische Racing-Szene Trauerflor. Jochen Rindt, der die Formel 1-Weltmeisterschaft über seinen Tod hinweg anführte, hatte wenige Wochen davor in Monza sein Leben verloren. Gerade die innenliegende Vorderradbremse, einer der großen Schlüsselfaktoren für den Erfolg des Lotus 72, sollte ihm zum Verhängnis werden, da die Verbindung zum Rad brach. Alles bekannt, alles oftmals medial aufbereitet. Und doch spricht man immer wieder davon, auch heute noch.

Aber was viel mehr interessant wäre: Wie würde Jochen Rindt mit den zahlreichen mehr oder weniger scheußlichen Erscheinungen unserer Zeit zurechtkommen? Den ganzen Dingen, die unseren freien Geist lähmen und lauter Mitläufer und Bücklinge heranzüchten, wie die Political Correctness? Er, der Michel Glattweg schlechthin?

Darüber kann man nur spekulieren, zweifellos. Aber erahnen kann man Einiges, ohne viel Phantasie. Bleiben wir vorerst noch beim Faktischen.

Genau heute vor fünfzig Jahren fand der Grand Prix der Vereinigten Staaten statt, damals in Watkins Glen. Jacky Ickx, der stärkste der Verfolgerbande, hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch theoretische Chancen, Jochen in der Weltmeisterschaftswertung zu überholen. Doch seine Platzierung am Ende des Rennens reichte nicht.

Damit wurde Jochen Rindt posthum Weltmeister und endgültig zum Mythos.

Das ist er aber nicht nur aufgrund seiner großen Rennerfolge geworden. Sondern auch wegen seiner Charaktereigenschaften. Jochen war einer, der sagte, was er dachte, und dabei überaus liebenswürdig. Wäre er im Mittelalter geboren, wäre er als edler Ritter in die Geschichte eingegangen. Die Figur hat er auch als Spitzenstar des Rennsports überzeugend gelebt. Ein Könner mit einem sehr großen Herzen.

An der heutigen Formel 1 würde ihm der hohe Sicherheitsstandard gefallen, denn so draufgängerisch er als Fahrer auch war: Das eigene Risiko und das seiner Kollegen zu minimieren, war ihm ein großes Anliegen. Sicher nicht gefallen würde ihm die Gleichmacherei und die sportliche Fadesse. Ich könnte mir vorstellen, daß er mit seinem früheren Freund Bernie Ecclestone öfter Auseinandersetzungen gehabt hätte, und mit der FIA noch viel mehr. Weil er eines war: Couragiert. Und alles Andere als ein Schleimer.

Vergleichbare Persönlichkeiten gibt es unverändert, aber sie sind selten geworden. Oder es gibt zwar nicht wenige Menschen, die ein ausgeprägtes Unrechtsbewußtsein ihr Eigen nennen können, wie es bei Jochen stets der Fall war, aber sie trauen sich nicht, ihr Empfinden zu äußern. Weil der Druck von verschiedenen Seiten, sich dem Opportunismus anzupassen, stets wächst. Die heutige Entwicklung in diesen Dingen hätte Jochen sicher deprimiert.

Darum kann ich nicht nur allen Rennfans ans Herz legen: Werft ein kritisches Auge auf den Mainstream, bei vielen Dingen. Und brecht, wo es nötig ist, davon aus. Wenn Ihr es nicht schon getan habt. Und motiviert Andere dazu, es Euch gleichzutun.

Im Klartext: Laßt nicht denken, sondern benützt Euren eigenen Kopf. Schärft Euren Verstand, setzt Euch für Ideale und Fairneß ein. Unterstützt die (für Viele lästigen) Weltverbesserer - und zeigt Euch selber als solche. Auch wenn Euch Widerstand entgegenschlägt. Jochen hätte das sicher gewollt.

Alles Andere würde bedeuten, diesen Mann zu verachten.
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"Auf je tausend, die an den Blättern des Bösen zupfen, kommt einer der an der Wurzel hackt."

Henry David Thoreau
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