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Übernatürlich natürlich: Abschied von Wäudl

 
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Andi Lugauer



Anmeldedatum: 09.09.2010
Beiträge: 1615

BeitragVerfasst am: 26. Februar 2021, 19:46h    Titel: Übernatürlich natürlich: Abschied von Wäudl Antworten mit Zitat

Wie für viele Andere, die ihn geliebt und geschätzt haben, ist es auch für mich traurige Gewißheit: Walter Zöckl ist nicht mehr unter uns. Ein Mann, der bei denjenigen, die ihn persönlich kannten, wie auch bei denjenigen, die seine erfolgreichsten Rallyes miterlebt haben, einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Dabei hat er seine beste Zeit als Rallyefahrer schlichtweg verpaßt, aufgrund nötiger persönlicher Entscheidungen, die ihn gerade zum Beginn seiner Hochblüte zum Rückzug zwangen. Typisches österreichisches Rallye-Schicksal, kann man sagen.

Seine Glanzzeit hatte Walter Franz Eduard Zöckl - so hieß er mit vollständigem Namen (für seine Bekannten und Freunde war er einfach nur der "Wäudi") - in der ersten Hälfte der Siebziger Jahre. Im Umfeld solcher Großereignisse wie der Alpenfahrt konnte er sich schnell profilieren und unter Seinesgleichen zu einem der Meisterhaftesten aufsteigen. Geschichten gab es viele über ihn, meist von ihm selber vorgebracht, denn er war ein ebenso begnadeter Erzähler wie Zuhörer. Handfeste sportliche Fakten, die eine deutliche Sprache sprachen, gab es ebenfalls. Eines der herausragendsten davon: Die Jänner-Rallye 1975, wo er zwar - damals mit einem Vierventil-2002er bewaffnet, wie ihn davor Achim Warmbold gesteuert hatte - dem damals jungen Wittmann Senior und Herbert Grünsteidl (beides elitäre heimische Größen, wie man weiß) unterlag, doch sein Optimismus für die Zukunft war ungebrochen ("Der Franz ist zu schlagen"). Die hat ja leider dann nicht mehr lange gedauert, sonst hätte Kaiser Franz wohl um Einiges mehr zu raufen gehabt, um seinen Thron zu verteidigen...all die Jahre.

Doch das Rallye-Tier in Walter Zöckl ließ sich nicht umbringen, über all die Jahrzehnte seiner Abwesenheit nicht. Allen äußeren Widerständen zum Trotz. Es fand eine Wiederauferstehung, bei der Burgenland-Rallye 2002, über ein Vierteljahrhundert nach dem letzten Wettbewerb. Wie passend, denn wie in alten Zeiten, wurde ein BMW 2002 eingesetzt. Später ein BMW M3. Gut gehalten haben sie beide nicht, sonst - wer weiß. Das letzte große Furioso àla Zöckl fand bei der Mühlviertel-Rallye 2005 statt, wo der Altmeister Niki Glisic im zweiten BMW M3 hinterherjagte. Wobei "Jagen" im übertragenen Sinn zu sehen ist: Ich würde von einem fairen, attraktiven Wettbewerb sprechen, bei dem die große Klasse beider Männer sichtbar wurde.

An sich eine übernatürliche Leistung für einen damals fast 60jährigen. "Übernatürlich": Dieses Wort gebrauchte der damalige Altstar öfter. Und irgendwie war er es auch. Auf der Strecke als Sportler ebenso wie mit seinem altvaterisch herben Wiener Charme, den man faszinierend-interessant oder glattweg abstoßend finden kann.

Tatsache ist: Walter und seine Freunde, von Andreas Bayer über Wolfgang Brunner bis hin zu seinem jugendlichen Copiloten Maros Certan wie auch dem altehrwürdigen Adam-Ehepaar oder Marion Voll (kein Anspruch auf Vollständigkeit der Aufzählung) - wir haben öfter viel Spaß miteinander gehabt. Nur leider ist der Faden durch ein allzu rasches und dauerhaftes Abtauchen auf die Kanaren recht bald gerissen. Wie auch die auch in der zweiten, späten Karriere gelegentlich sehr herrschaftlichen Rallye-Auftritte sehr bald ein Ende hatten. Immerhin: Walter war auch einer der ersten Sportler, für die ich Presseinfos schreiben durfte. In der neuen Ära des Internets überhaupt der erste. An dieser Stelle posthum an Dich, lieber Walter, mein Dank für das Vertrauen.

Alles, was Rallyes betrifft, haben wir wohl zu Deinen Lebzeiten ausreichend ausdiskutiert. Bei Manchem hat Jeder sein festgefahrenes, unverrückbares Weltbild, das ist zu respektieren. Insoferne kein Versäumnis. Aber ich hätte Dich gerne darum gebeten, meine Mutter und meine Großeltern von mir zu grüßen, wenn Du in der anderen Welt angekommen bist.

Zu spät.
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"Auf je tausend, die an den Blättern des Bösen zupfen, kommt einer der an der Wurzel hackt."

Henry David Thoreau
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Peter Klein



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Beiträge: 100

BeitragVerfasst am: 27. Februar 2021, 9:39h    Titel: Re: Übernatürlich natürlich: Abschied von Wäudl Antworten mit Zitat

[quote="Andi Lugauer"]

Zu spät.[/quote]

Erst dachte ich an einen Tippfehler und der Nachruf sollte Hannes Meisenbichler gelten, dann eventuell Hannu Mikkola ? Walter Zöckl verstarb vor knapp drei Monaten, am 07.12.2020 und wurde einen Tag vor dem Heiligen Abend in Wiener Neustadt zu Grabe getragen. Die Glorifizierung Walter Zöckls aus der Feder von Herrn Lugauer in Ehren ( ich nehme mal an, er hatte die Erfolge von Walter Zöckl im Einteiler erlebt ). Herr Lugauer hat auch "Presseinfos " geschrieben, sich also journalistisch betätigt? Nun, der " aktuelle " Beitrag hier auf motorline cc stimmt sehr nachdenklich und lässt an den beruflichen Fähigkeiten des Herrn Lugauer keinen Zweifel aufkommen. Möge der 1590. Beitrag gelingen....
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ranga



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Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 27. Februar 2021, 14:55h    Titel: traurig Antworten mit Zitat

...wenn der Anlass nicht ein so trauriger wäre, wär's schon wieder Kabarett.
Aber jetzt ist klar warum sich die Aktivitäten des Hrn. Lugauer was Pressearbeit betrifft, sehr in Grenzen halten. Bei der Aktualität seiner Meldungen...
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Andi Lugauer



Anmeldedatum: 09.09.2010
Beiträge: 1615

BeitragVerfasst am: 27. Februar 2021, 16:30h    Titel: Re: traurig Antworten mit Zitat

ranga hat Folgendes geschrieben:
...wenn der Anlass nicht ein so trauriger wäre, wär's schon wieder Kabarett.
Aber jetzt ist klar warum sich die Aktivitäten des Hrn. Lugauer was Pressearbeit betrifft, sehr in Grenzen halten. Bei der Aktualität seiner Meldungen...


Mein Eintrag war gedacht als rein persönliche, unprätentiöse Botschaft an Alle, die den Walter gekannt haben. Und auch an allfällig Interessierte, die ihn nicht direkt gekannt haben, aber ein bißchen wissen wollen, wie er war: Als Sportler und als Mensch. Möglich, daß es so etwas auch gibt.

Da ist es unerheblich, daß das Datum des Ablebens knappe drei Monate zurückliegt. Und mit meiner Arbeit als Pressebetreuer und Redakteur (jetzt wieder) hat das nichts zu tun.

Und ja: Ich bin darüber im Inneren traurig, daß ich mit dem Walter in den letzten Jahren nicht mehr zusammengekommen bin und weiß, daß es dazu keine Gelegenheit mehr geben wird. Ist das ein Verbrechen?

Um Hannu Mikkola ist es besonders schade, natürlich. Eine absolute Ausnahmeerscheinung als Motorsportler, der völlig verdient als Weltmeister und auch sonst durch großartige Leistungen in die Geschichte eingegangen ist. Der hat die gesamte Quattro-Ära mitgemacht, wo Audi als Werk beteiligt war, hat in technischer Hinsicht das Meiste beigetragen. Plus zwei Safari-Siege (einer auf Ford), sieben 1000-Seen-Siege...man weiß nicht, wo man anfangen soll.

Das der guten Ordnung halber. Im Übrigen: Mein Mitgefühl allen Angehörigen des charismatischen Finnen.
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Peter Klein



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BeitragVerfasst am: 27. Februar 2021, 17:36h    Titel: Re: traurig Antworten mit Zitat

[quote="Andi Lugauer"]

Da ist es unerheblich, daß das Datum des Ablebens knappe drei Monate zurückliegt.

Wir dürfen also bald mit einem Nachruf auf Gunther Placheta, 1915 - 2003 rechnen? Er hatte ja nicht nur sein eigenes Rennteam und war in den 60er Jahren mehrfacher österreichischer Staatsmeister ! Auch war er meines Wissens des öfteren im Waldviertel !
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