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Back To the Roots: Mögliche Wege, mögliche Hindernisse

 
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Andi Lugauer



Anmeldedatum: 09.09.2010
Beiträge: 1466

BeitragVerfasst am: 4. Juli 2018, 17:14h    Titel: Back To the Roots: Mögliche Wege, mögliche Hindernisse Antworten mit Zitat

Georg "GP Racing" hat mich auf eine Idee gebracht. Cool Vielleicht könnten wir die weiter verfolgen.

GP Racing hat Folgendes geschrieben:
Ach wären in der Rallyeszene nur mehr Leute zurückgebliebenen, sprich in der guten alten Rallyezeit hängengeblieben, was wären das heutzutage für tolle Möglichkeiten!


Da gäb's bestimmt ein paar tolle Möglichkeiten. Wenn man das Thema offensiv, aber mit Bedacht anpackt.

Ich gehöre ja auch nicht zu denen, die alle Änderungen und Wandlungen, die der Rallyesport im Lauf der vergangenen Jahrzehnte durchgemacht hat, total kritiklos zur Kenntnis nehmen und als völlig unausweichliche Zeiterscheinung betrachten, die man halt so hinnehmen muß, so wie das Wetter oder einen Vulkanausbruch. Für mich ist der Großteil dessen, wie der Sport sich in seiner Charakteristik und meinetwegen Qualität darstellt, eine Frage der Gestaltung. Und da hat sich ganz eindeutig Vieles verändert. Ob zum Nutzen oder zum Schaden des Sports, darüber mag man unterschiedlich denken. Aber wie bei vielen zeitgeistlichen Strömungen, die unser ganzes wirtschaftliches, gesellschaftliches und kulturelles Leben beeinflussen, darf man auch hier den Sinn verschiedener Entwicklungen hinterfragen. Und soll es sogar!!

Wenn man es genau betrachtet, dann hat es ja teilweise schon perverse Züge angenommen, wie manche Eingriffe, die eine absolute Abwertung des Sports darstellen, als fortschrittlich glorifiziert werden. Dabei ist es eine Entartung. Ein Ausdruck der Dekadenz. Sonst gar nichts. Es passiert ja in der heutigen Zeit wieder öfter, daß etwas als die große Errungenschaft verkauft wird, obwohl es eigentlich sonst nichts ist als ein Mega-Schwachsinn in Reinkultur!

Meiner persönlichen Meinung nach hat sich der "moderne" Rallyesport zu stark in Richtung Einheitsbrei bewegt. Dabei wäre es ohne Weiteres möglich gewesen, genau das Gegenteil zu realisieren. Weil nie hat es so gute technische Umsetzungsmöglichkeiten gegeben wie heute. Das Problem aber ist: Man hat sich zu lange zu sehr von den falschen Dogmen leiten lassen. Wahrscheinlich deswegen, weil man sich aus Gier zu stark einer Gesellschaft ausgeliefert hat, die aus übersteigertem Eigeninteresse das Bild des Sports nach ihren eigenen Vorstellungen verändert hat. Und sich dabei fast sprichwörtlich wie die Axt im Wald aufgeführt hat, sodaß dem Rallyesport viel von seiner Identität verloren gegangen ist. Daß die Rechnung in kommerzieller Hinsicht damit aufgegangen ist, war damit keineswegs garantiert!

Aber das war wurscht, und ist es noch immer. Alle die, denen der richtige Rallyesport in seiner ursprünglichen Form etwas bedeutet, mußten und müssen die Krot fressen. Und viele Nachteile hinnehmen. Das bedeutet unter Anderem: Die Rallyes werden immer kürzer, es zahlt sich oft schon gar nicht mehr aus, als Besucher weitere Strecken zu einer Rallye zu fahren. Die Autos der neuen Generationen werden immer teurer und überzüchteter, daraufhin werden die Strecken noch kürzer und langweiliger...ein Teufelskreis. Ein immer höherer kapitalmäßiger Einsatz, im Gegenzug ein immer geringeres öffentliches Interesse - das bewirkt immer weniger "Mitspieler" unter den Werken, die sich - sei es in den großen, sei es auch in den kleineren Klassen - im Rallyesport engagieren. Und natürlich wird es auch für die Teilnehmer, vornehmlich für die weniger Begüterten, immer schwieriger, überhaupt einzusteigen, geschweige denn aufzusteigen. Unzählige Talentierte fallen deswegen durch den Rost, und das oft schon sehr früh. Dadurch wird es wieder sportlich langweiliger.

Meine Auffassung, wie der Sport umgekrempelt werden sollte, und zwar sehr deutlich in Richtung "Back to the roots", kennt Ihr ja. Wenn das im möglichst großen Stil und in einem möglichst großen Umfang gelingen soll, dann hilft nur Eines: Absolute Solidarität innerhalb der Basis. Und Farbe bekennen.

Ich würde sagen: Jeder, dem Irgendetwas zu diesem Thema einfällt, sollte sich hier äußern.
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Andi Lugauer



Anmeldedatum: 09.09.2010
Beiträge: 1466

BeitragVerfasst am: 4. November 2018, 17:34h    Titel: Antworten mit Zitat

Vor einigen wenigen Tagen habe ich eine Nachricht erfahren, die genau hier zum Thema paßt. Wie Ihr ja wißt, ist es in der Rallye-Weltmeisterschaft schon lange üblich, daß die Rallyes nur entweder Sonderprüfungs-Strecken mit Schotter haben, oder ausschließlich mit Asphalt. Aber niemals beides!! Ein großer Kritikpunkt von mir. Nur die Rallye in Spanien hat eisern dagegengehalten. Dort gibt es noch immer Asphalt UND Schotter. Das soll aber bald anders werden. Auch dort soll zukünftig dem gleichen Dogma gefolgt werden wie bei allen anderen WM-Rallyes. Ob man sich für das Eine oder das Andere entscheiden wird, steht noch nicht fest.

Eine klare Sache: Damit haben die Rallyefans vom alten Schlag eine weitere Bastion verloren. Die sich immerhin über eine überdurchschnittlich lange Zeit gehalten hat, das muß man sagen.

Was soll ich sagen? In der Relation macht es nicht viel aus, denn diese eine Rallye hätte die fehlgeleitete Bewegung kaum aufhalten können. Aber es besiegelt irgendwie den Trend auf Gleichmacherei und Entartung. Die Rallyes werden immer kürzer und in ihrer Charakteristik immer farbloser, die Autos, im Übrigen perfekt nach Schema 08/15, werden immer schwerer finanzierbar. Das Einzige, was momentan sehr gut läuft: Es ist extrem spannend, was zumindest anhand der Anzahl der unterschiedlichen Gesamtsieger offenkundig ist. Titelanwärter könnten es nach wie vor mehr sein.

Für mich ist klar, daß die "Neuerungen", die die Rallye-WM in den letzten Jahren und Jahrzehnten über sich ergehen lassen mußte, dem Sport mehr Nachteile als Vorteile eingebracht haben. Sie zeitigen ihre Spuren ja auch auf den darunter liegenden Ebenen. Wobei es manchen Ländern (Belgien, Tschechien, Frankreich,...) besser gelingt, mit der schwierigen Ausgangssituation klar zu kommen, als anderen (Österreich, tlw. Deutschland u.Ä.). Fest steht: Das Gefüge des Sports leidet enorm. Und anstatt daß es für talentierte Sportler mit wenig Geld und Kapital leichter geworden wäre, nach Oben zu kommen, ist es massiv schwerer geworden. Wegen noch stärker überteuerter Anschaffungs- und Einsatzkosten, wegen sinkender Popularität, wegen fehlender Engagements der Werke für die Basis und die Mitte. Wegen - wegen - wegen...

Die sogenannten "Anpassungen an den Zeitgeist" sind in die Hose gegangen, total. Das ist Fakt. Eine grundlegende Korrektur des Programms der Rallye-WM wäre mehr als angebracht. Wie man das schier zerstörerische System noch immer abgöttisch verteidigen kann und Jeden, der daran Kritik übt, als rückwärtsgerichtet bezeichnen kann, ist mir ein völliges Rätsel.

Ein faszinierendes Schauspiel, wie den Verfechtern des selbsternannten Konzeptes "Rallyesport Neu" jetzt schon die Argumente ausgehen. Und wie sie auf linkische Weise versuchen, sich herauszureden. Ja teilweise dabei glattweg ins Kindergartenhafte abgleiten. Sieger sehen anders aus.

Die Vernunft wird sich durchsetzen, aber wann??
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"Auf je tausend, die an den Blättern des Bösen zupfen, kommt einer der an der Wurzel hackt."

Henry David Thoreau
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