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Peter Klein
Anmeldedatum: 14.01.2020 Beiträge: 447
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Verfasst am: 7. Mai 2026, 8:23h Titel: Daun gemma schlofn ! |
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| Es kotzt mich an wenn ich sehe, wie eine Rallye mit derart klassischen Sonderprüfungen kastriert wird. Ich erinner mich an die Sonderprüfungen rund um die klassische Formel 1 Strecke, an Arganil oder Lousa. Arganil zum Beispiel ging einst über 42 km und wurde sicherheitshaleber an einem Tag gleich zwei mal bereist. Morgen fährt man Arganil auch zwei Mal, allerdings sind von der SP Arganil nur noch 40%, oder gerade mal 18, 6 km übrig geblieben. Und den ersten Tag beginnt man heute am frühen Nachmittag, fährt fröhlich 37 km und macht dann mal große Pause. Weil am nächsten Tag stehen knapp 100 km auf dem Programm, aber dann " gemma olle wieda schlofn " |
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Andi Lugauer
Anmeldedatum: 09.09.2010 Beiträge: 1894
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Verfasst am: 28. Juni 2026, 20:27h Titel: Gemma schoffen! |
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Das hier Angesprochene sind Dinge, die, ehrlich gesagt, auch mir mißfallen. Aber bevor ich dazu etwas mehr sage, möchte ich dem Herrn Klein für die wunderbare Erzählung von früheren Jahren der Akropolis-Rallye danken. Ich mache das gleich jetzt, weil ich vergesse sonst ganz sicher. Es ist spannend und unterhaltsam, über diesen Weg ein bißchen einen Einblick auf das frühere Rallye-Geschehen zu bekommen. Dazu der Eindruck...nicht zu vergessen.
Das ist auch hier ein gutes Stichwort, würde ich sagen. Zumindest diejenigen, die (auch altersbedingt) schon vor etwas längerer Zeit die Liebe für Rallyes entdeckt haben, haben noch Namen wie den Lake District im Kopf, oder den Kielder Forest (beides RAC-Rallye). Ebenso wie wahrscheinlich Burzet (Rallye Monte Carlo). Arganil natürlich auch. Ich könnte mir auch vorstellen, daß die WM-Rallyes in Neuseeland oder Argentinien da einiges stilmäßig und längenmäßig Hochkarätiges auf Lager gehabt hatten.
Ohne viel langes Herumreden - oder vielleicht ein wenig doch - es ist sicher mit entscheidend für den Stil und Charakter einer Rallye, wie weit sich der Umfang ihrer Wertungsprüfungen erstreckt. Wir werden wahrscheinlich Alle verstehen, daß so eine Kilometer-Orgie wie um die Tausend, wie es um den Beginn der Achtziger Jahre in der WM normal war, in der heutigen Zeit nicht mehr zu halten ist. Bei den unvermeidbar gestiegenen Aufwänden für Überwachung und Absicherung allein schon. Und es bringt eigentlich auch nicht viel, wenn auf drei Vierteln der Strecke bloß Freilandrinder oder Hirsche zusehen. Aber der Rückschritt auf kaum mehr als 300 Kilometer ist halt schon ein ziemliches Trauerspiel. Und es ist die Frage: Ist das nötig? Bringt es in Summe wirklich die gewünschten Effekte? Wenn man die Zahl der teilnehmenden Werke gegenüber dem Wert von vor einem Vierteljahrhundert oder auch vor dreißig, vierzig Jahren anschaut: Wohl eher nicht.
Da kann man viel hin und her überlegen: Wie setzen sich die Ausgaben der Teams zusammen, wie hat sich hier die Struktur/Verteilung auf bestimmte Bereiche verändert, besteht eventuell eine Möglichkeit, zu befürchtende steigende Materialverschleißkosten bei einer Anhebung der Kilometerzahl zu vermeiden oder durch andere, zumutbare Einsparungen zu kompensieren? Wie schaut es für den Veranstalter aus, welche Positiv- und Negativ-Effekte stehen einander gegenüber? Weil was ist überhaupt, wenn wir die Rallyes in Länge und Gestalt wieder mehr an frühere Tage annähern? Halt nicht ganz direkt "Back to the roots", aber zumindest "Nearer to the roots"...
Weil zum Beispiel: Einige aktuelle Rallye-Events, speziell solche, die fahrzeugmäßig eher in Richtung Klassiker gehen, haben durchaus Längen, die sich um die 500 bis 800 km bewegen. Kann uns das vielleicht irgendetwas sagen? Weil Ausgaben gibt es ja bei den "Alten" und den schwächer motorisierten auch, da hat uns unter Anderem Noir vor Kurzem sehr wichtige Anstöße gegeben. Und bei der Organisation muß man da ganz sicher moderne Standards einhalten, weil gerade da die Öffentlichkeit in der heutigen Zeit sehr empfindlich reagiert (Sicherheit und so). Aber offenbar ist da auch das kein Problem.
Da könnte man schon ein wenig weiterdenken: Wie viel davon kann man auf eine Premium-Disziplin wie die Rallye-Weltmeisterschaft übertragen? Wo kann es Schwierigkeiten geben, und wo bieten die spezifischen Gegebenheiten bei so einem Bewerb sogar Vorteile, die sich gut mit so einer Erweiterung kombinieren lassen? Was braucht es an Änderungen, welche prinzipbedingte Nebeneffekte könnten hier den Machern in die Hände spielen?
Könnt' schon noch interessant werden, wenn man da in verschiedene Richtungen denkt. Weil zum Schlafengehen, weil mir der moderne Rallyesport nichts mehr bietet und das unabänderlich sein soll, ist es für mich noch zu früh.
Hätte ich einen Wunsch für einen stilvollen Lebensabend frei, was würde ich mir da wohl aussuchen? Langauer Forst, Hornerwald und Altenburg als Meeting Points für das neo-klassische Rallye-Fest der Giganten schlechthin wären auf jeden Fall dabei.
Über mehr können wir reden. Bei weniger tu ich mir schwer.  _________________ "Auf je tausend, die an den Blättern des Bösen zupfen, kommt einer der an der Wurzel hackt."
Henry David Thoreau |
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